{"id":516,"date":"2018-08-25T18:02:51","date_gmt":"2018-08-25T18:02:51","guid":{"rendered":"http:\/\/sveavenus.de\/?p=516"},"modified":"2019-05-19T12:30:11","modified_gmt":"2019-05-19T12:30:11","slug":"palaestina-erleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/palaestina-erleben\/","title":{"rendered":"Pal\u00e4stina erleben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>In Herrgottsfr\u00fche zu Fu\u00df nach Bethlehem<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Samstag (Schabbat) ist in Jerusalem ein Feiertag, \u00e4hnlich unserem Sonntag. Alle L\u00e4den sind geschlossen, sogar alle Busse und Stra\u00dfenbahnen sind au\u00dfer Betrieb und die ganze Stadt scheint in Ruhe bettet zu sein. Um den nun kommenden Tag dennoch erlebnisreich zu gestalten, wollten Lea und ich zu Fu\u00df in die knapp 10 km entfernte Stadt Bethlehem laufen. Da es sehr hei\u00df in Jerusalem war, planten wir ein sehr fr\u00fches Aufstehen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Noch vor Sonnenaufgang riss mich mein Handyalarm um 4.45 Uhr aus dem Tiefschlaf. Nachdem ich die n\u00f6tigen Sachen f\u00fcr unsere Tagestour gepackt hatte, weckte ich Lea um 5.15 Uhr, was &#8211; nach ihrem noch deutschen Zeitgef\u00fchl &#8211; einer Tageszeit von 4.15 Uhr entsprach. Aber was nimmt man nicht in kauf, wenn man etwas erleben m\u00f6chte! Wir machten uns rasch auf den Weg, um die etwas k\u00fchlere Tageszeit auch auszunutzen. Dank unseres treuen Begleiters namens \u201eGoogle-maps\u201c schafften wir es ohne gr\u00f6\u00dfere Umwege den Checkpoint von Bethlehem in morgendlicher Fr\u00fche zu erreichen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-819 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_125736-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_125736-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_125736-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_125736-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-817 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_123421-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_123421-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_123421-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_123421-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach ungehindertem Passieren einiger Dreht\u00fcren und einer kurzen Passkontrolle traten wir aus dem gef\u00e4ngnis\u00e4hnlichen Checkpointgeb\u00e4ude und wurden sofort von einer Horde aufdringlicher Taxifahrer umringt. Nun lag es an uns, einen Fahrer zu finden, der uns zum etwas au\u00dferhalb gelegenen Herodespalast fuhr und einen akzeptablen \u201eDeal\u201c mit ihm auszuhandeln. Doch das war leichter gesagt als getan! Als erstes gab ich mich als naive Touristin zu erkennen und erhielt ein wahnsinniges Angebot in H\u00f6he von 230 Schekeln (knapp 60 Euro). Mir ist wohl bekannt, dass die Preise hier \u00fcblicherweise zu hoch angesetzt werden und verhandelt werden m\u00fcssen, aber dieses Angebot war schlichtweg ma\u00dflos. \u201eGood price, good price!\u201c wiederholte er immer wieder, w\u00e4hrend Lea und ich signalisierten, dass wir nicht mehr interessiert waren. Das schien den Fahrer jedoch zu ermuntern, weiter zu verhandeln. Er senkte den Preis schnell auf 100 Schekel herab (25 Euro), was mir schon angemessener erschien. Nun war meine Verhandlungsfreude erwacht. Mein Ziel: den Preis noch einmal zu halbieren. Lea und ich liefen ohne uns aus der Ruhe bringen zu lassen weiter, vorbei an dem Gewirr aus lauthals gr\u00f6lenden Taxifahrern mit weiterhin \u00fcberteuerten Angeboten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-433 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/4-2-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/4-2-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/4-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/4-2-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/4-2.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als wir die Gruppe schon hinter uns gelassen hatten, fuhr ein junger Fahrer mit dunklem Teint, gegelten Haaren, Sonnenbrille und 3 -Tage- Bart in seinem gelben Taxi zu uns her\u00fcber. Ich nannte ihm das Ziel mehrfach sehr deutlich und er versicherte uns, uns f\u00fcr 40 Schekel dort hinzufahren. Wir stiegen ein. Ich auf den Beifahrersitz neben dem Fahrer, todsicher, dass dies erst der Beginn der Verhandlung gewesen war, und Lea auf der R\u00fcckbank. Ich wiederholte unser Ziel mehrfach, ungl\u00e4ubig \u00fcber das Angebot und ein Ausbleiben der bisherigen Verhandlungen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dann zeigte ich ihm ein Bild vom Herodespalast auf meinem Handy und riss unseren Fahrer damit aus seiner vermeintlichen Trance der Unverst\u00e4ndnis. Wir stoppten sofort am Stra\u00dfenrand und der Fahrer erkl\u00e4rte, er habe gedacht, wir h\u00e4tten nur ins Stadtzentrum gewollt, welches nicht sonderlich weit vom Checkpoint entfernt lag. Schnell war mir klar, dass das seine Masche war! So ein Spiel lie\u00dfen wir aber nicht mit uns veranstalten. Ich \u00f6ffnete die T\u00fcr und signalisierte, dass ich sofort aussteigen w\u00fcrde, wenn jetzt kein ernsthaftes Angebot folgen w\u00fcrde. Ich raunte Lea zu, dass sie sich nicht anschnallen und immer aussteigebereit bleiben solle. Der Fahrer verstand nun auch, dass wir es ernst meinten und dass es nun an ihm lag, ob ein Auftrag f\u00fcr ihn zu Stande k\u00e4me oder nicht. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-320 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06740K-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06740K-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06740K-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06740K-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06740K.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Er forderte uns energisch auf im Auto zu bleiben und fuhr mit Reifenqueitschen und Motorheulen wieder an, nun in Richtung Bethlehemer Innenstadt. In der Stadt hielten wir und ein schon etwas in die Jahre gekommener Mann- auch Taxifahrer wie mir schien- erschien an meinem offenen Fenster. Obwohl ich nur sehr wenige arabische W\u00f6rter verwenden konnte, war er der festen \u00dcberzeugung, ich verst\u00fcnde ihre Muttersprache. Unsinn \u2013 als ob ich mich dann auf solche schleppenden Verhandlungen und solche absurden Preise eingelassen h\u00e4tte! Unser Taxifahrer telefonierte hingegen aufgebracht gestikulierend mit seinem Smartphone mit gesprungenem Display, wobei ich nur erahnen konnte, was er gerade versuchte zu schildern. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-431 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-2-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-2-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-2-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2-2.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach Diskussionen, die sich l\u00e4nger als die von uns geforderte Fahrt selber zogen, stand ein mehr als akzeptables Angebot von 60 Schekel f\u00fcr Hin- und R\u00fcckfahrt zum Herodium und einer Stunde Aufenthalt vor Ort! Der Fahrer schien zwar nicht besonders gl\u00fccklich \u00fcber den Ausgang der Verhandlungen zu sein, aber er h\u00e4tte sich ja auch anders entscheiden k\u00f6nnen. Wir jedenfalls waren zufrieden und ich war sicher, dass wir damit immer noch weitaus mehr zahlten, als die lokale Bev\u00f6lkerung. Ohne weitere Worte brauste der Taxifahrer stillschweigend mit uns im Taxi zum Herodium. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Herodiumsbesichtigung unter treuer Begleitung <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Unweit von Bethlehem lie\u00df Herodes der Gro\u00dfe eine Fluchtburg bauen, wo er sich sp\u00e4ter auch begraben lie\u00df. Der schon von Weitem sichtbare Berg ragt 11km s\u00fcd\u00f6stlich von der Geburtsstadt Jesu aus dem h\u00fcgeligen Umland. Besonders auffallend ist hierbei seine unnat\u00fcrliche, markante Form, welche er erst durch die Baut\u00e4tigkeit Herodes erhielt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Um kurz nach 8 Uhr am Morgen erreichten wir das noch verschlafen und leer wirkende Besucherzentrum am Fu\u00dfe der Burg. Ungefragt folgte uns der nicht mehr ganz so m\u00fcrrisch auftretende Taxifahrer, der sich uns wenig sp\u00e4ter als Deneb vorstellte. Lea und ich entrichteten, so wie es sich f\u00fcr uns geh\u00f6rte, unsere Eintrittsgeb\u00fchr am Kassenh\u00e4uschen. Deneb passierte den Eingang ohne zu bezahlen. W\u00e4hrend wir schnurstracks den holprigen Steinpfad bergauf zum Palastbereich antraten, hechelte der nicht gerade unsportlich wirkende Fahrer mit gr\u00f6\u00dfter Anstrengung und hochrotem Kopf hinter uns her. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Obwohl es noch so fr\u00fch war, lie\u00df die Sonnenintensit\u00e4t bald jede Bewegung zu einer Anstrengung werden. Als Lea und ich fr\u00f6hlich oben angekommen waren und bereits den \u00fcberw\u00e4ltigenden, imposanten Blick \u00fcber das Jud\u00e4ische Bergland genossen, schleppte sich Deneb m\u00fchevoll die letzten Wegbiegungen nach oben. Voller Begeisterung erkannten wir von hier oben den entfernt gelegenen \u00d6lberg bei Jerusalem und nach Osten hin Dunstschwaden, welche das Tote Meer erahnen lie\u00dfen. Von Denebs Stirn lief der Schwei\u00df der Anstrengung in Str\u00f6men herab, doch in weiser Voraussicht hatte er ein l\u00e4ssig \u00fcber seine Schulter h\u00e4ngendes Badehandtuch dabei, womit er sich alle paar Schritte \u00fcber das Gesicht fuhr. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als er auch endlich auf der Plateauebene ankam, wollte uns der Arme auch noch eine F\u00fchrung auf Englisch zuteil werden lassen! Er wollte uns durch die Reste der alten Festung und die begehbare Zisterne f\u00fchren. Uns war nicht ganz klar, ob wir daf\u00fcr sp\u00e4ter auch noch bezahlen sollten. Doch dem Fahrer zu erkl\u00e4ren, dass wir keinerlei Interesse an seinem Angebot hatten, dass uns auch langsam immer weniger gefiel, war gar nicht so einfach. Erst in den unterirdischen Sch\u00e4chten der Anlage, schafften wir es, unserer klebrigen Begleitung zu entkommen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir genossen den Moment der Ruhe, bevor es zu dem hart verhandelten Tarif wieder zur\u00fcck nach Bethlehem ging. Wir schwiegen uns im Auto auf der R\u00fcckfahrt an bis Deneb abrupt vor der Bethlehemer Mauer anhielt und unsere Fahrt vorbei war. Ich zahlte den verhandelten Preis nach dem Aussteigen durchs Fenster, wie es als am sichersten gilt, wie mir Einheimische erkl\u00e4rt haben. Energisch kurvte Deneb davon. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-664 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_072054-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Graffitibesichtigung<\/b><b> am terroristischen Schutzwall<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Eine 8 Meter hohe Mauer aus Stahlbeton umgibt die Stadt Bethlehem, ebenso wie viele weitere St\u00e4dte des Westjordanlands. Ziel dieser israelischen Sperranlagen ist das Abfangen von Selbstmordattent\u00e4tern aus den pal\u00e4stinensischen Gebieten. Auf israelischer Seite ist die Mauer schlichtweg grau, auf pal\u00e4stinensischer Seite wurde das unliebsame Bauwerk mit zahlreichen Graffiti bespr\u00fcht. Viele davon ein Ausdruck von Kritik, Protest und Unzufriedenheit mit dem Vorgehen der israelischen Regierung. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es war f\u00fcr Lea und mich ein mehr als bedr\u00fcckendes Gef\u00fchl vor der einsch\u00fcchternden Mauer zu stehen, mit dem Wissen, dass die meisten Bewohner der Stadt wohl niemals eine Erlaubnis bekommen w\u00fcrden, ihr kleines, eingemauertes Wohngebiet zu verlassen. Wir gingen ein St\u00fcck an der Mauer entlang. An ihren R\u00e4ndern t\u00fcrmten sich Stacheldraht, M\u00fcll, Schutt und sonstiger Unrat. Es war beklemmend. \u00dcberall waren Schriftz\u00fcge wie \u201eFree Palestine!\u201c , aber auch Darstellungen von Nethanjahu und Trump in un\u00fcbersehbarer Gr\u00f6\u00dfe anzutreffen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein enorm gro\u00dfes Kunstwerk zeigte beispielsweise wie Trump mit Kippa ehrf\u00fcrchtig vor der Mauer stand, mit der Gedankenblase \u201eI am gonna build you a brother\u201c. Etwas weiter blickte uns eine \u201epal\u00e4stinensische Freiheitsstatue\u201c mit aufgerissenen Augen auf uns herab, eingeh\u00fcllt in ihr Kopftuch . Zwischen den zum Teil wirklich kunstvoll gestalteten Bildern lasen wir Slogans wie \u201edidn\u2018t you learn anything from the Warsaw Ghetto?\u201c. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Am Ende blieb f\u00fcr uns der Eindruck des Gef\u00fchls von Unfreiheit und Rechtlosigkeit der hier lebenden Pal\u00e4stinenser. Von der beklemmenden Mauer aus, machten wir uns nach einer Weile auf in Richtung Innenstadt, um die Geburtskirche Jesu zu bewundern. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-676 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_090346-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" \/><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Chaos in der Kirche<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-818 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_125735-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_125735-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_125735-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180523_125735-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als wir in der Altstadt ankamen, stand die Sonne hoch am Himmel und machte ein noch l\u00e4ngeres Umherlaufen zur echten Qual. Um der prallen Mittagshitze zu entgehen, steuerten wir den Eingang der Geburtskirche Jesu an. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zu meinem Erstaunen war sie recht gut von Touristen besucht, obgleich sich die Anspannungen und Proteste in Reaktion auf die Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem noch gar nicht lange her war. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Kontrast zu unserem Eindruck vom Aufenthalt in Jerusalem stellten wir fest, dass Sicherheitskr\u00e4fte in den pal\u00e4stinensischen Gebieten eine absolute Rarit\u00e4t darstellten. Am Eingang zu einem der wichtigsten, christlichen Orte befand sich bei unserer Ankunft nur ein schlapp und m\u00fcde wirkender Polizist, der in der Mittagshitze litt. Er trug nicht einmal eine Schusswaffe bei sich, sondern lediglich eine Trillerpfeife und einen schlagstock\u00e4hnlichen Gegenstand an seinem G\u00fcrtel. Er tat uns fast leid, wie er da bei diesem Wetter regungslos in der Sonne stehen musste. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #333333;\">Die <\/span><span style=\"color: #333333;\">kleine Kirche <\/span><span style=\"color: #333333;\">wurde im Jahr 333 an der Stelle errichtet, wo Jesus Christus nach Ansicht der damaligen Erbauer geboren sein soll. Dieser Ort <\/span><span style=\"color: #333333;\">wurde<\/span><span style=\"color: #333333;\"> bereits im 2. Jahrhundert als Geburtsst\u00e4tte verehrt und stell<\/span><span style=\"color: #333333;\">t<\/span><span style=\"color: #333333;\"> heute f\u00fcr religi\u00f6se Christen einen wichtigen Wallfahrtsort dar. Es ist <\/span><span style=\"color: #333333;\">jedoch <\/span><span style=\"color: #333333;\">kein arch\u00e4ologischer Nachweis erbracht, dass es sich wirklich um die Stelle oder den Ort handel<\/span><span style=\"color: #333333;\">t<\/span><span style=\"color: #333333;\">, an de<\/span><span style=\"color: #333333;\">m<\/span><span style=\"color: #333333;\"> Jesus geboren <\/span><span style=\"color: #333333;\">wurde<\/span><span style=\"color: #333333;\">.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-714 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180520_143250-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180520_143250-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180520_143250-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180520_143250-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Von einem adrett im Anzug gekleideten,<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> l\u00e4chelnde<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">n<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> jungen Mann <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">wurde uns<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> erkl\u00e4rt, dass die im <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">deutschsprachigen Raum weit verbreitete Ansicht, <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">der Messias sei in einem Stall geboren<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, nach <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">w<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">issenschaftl<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">ichen Erkenntnissen<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> sehr unwahrscheinlich <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">sei<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">. In dieser Region hielten <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">fr\u00fcher<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> viele Hirten ihre Herden <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong>in<\/strong><\/span><\/span><\/span><b> <\/b><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">H\u00f6hlen <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">und in der N\u00e4he davon<\/span><\/span><\/span> <span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">und folglich wurde auch Jesus in einer H\u00f6hle geboren und nicht, wie im j\u00e4hrlichen Krippenspiel <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">als Kind gelernt,<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> in einem <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">S<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">tall. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach etwas Smalltalk b<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">o<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">t uns der <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">junge Mann <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">an, das Warten an der lang<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">en<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> und chaotischen Schlange f\u00fcr <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">eine Geb\u00fchr von <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">jeweils 50 Schekel<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">n <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">zu \u00fcberspringen. Doch ich hatte <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">in diesem Moment <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">wirklich keinen Nerv auf Preisverhandlungen. <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mir waren unsere Taxiverhandlungen von<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> heute Morgen <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">noch viel zu pr\u00e4sent,<\/span><\/span><\/span> <span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">wo wir uns<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> so f\u00fcrchterlich in <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">R<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">age ger<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">edet hatten. Aber<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> manchmal hat man <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">einfach<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Gl\u00fcck. Wir bewegten uns langsam und and\u00e4chtig in den vorderen Teil der Kirche. <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">P<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">runkvoll verzierte Kronleuchter hingen hier tief von der Decke hinab und Touristen jeglicher Couleur dr\u00e4ngten sich nach vorne, um den winzigen Altar im D\u00e4mmerlicht der Kirche fotografieren zu k\u00f6nnen. <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wir taten es ihnen gleich. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im un\u00fcbersichtlichen Gewusel \u00f6ffnete auf einmal ein Mann ein Absperrband und winkte eine asiatische Touristengruppe hindurch. Neugierig, was es f\u00fcr sie zu sehen gab, folgten wir ihnen entschlossen. Ohne recht zu begreifen, fanden wir uns wenige Augenblicke sp\u00e4ter am Eingang wieder, der uns hin<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">ab f\u00fchrte in<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Jesu Geburtsgrotte. <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Und das alles ohne Schlangestehen und Zusatzgeb\u00fchren!<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Schon kamen wir in eine<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> schw\u00fclwarme, <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">dunkel bis nahezu gespenstisch wirkende Kammer mit verbrauchter Luft. Ein paar Kerzen auf goldenen St\u00e4ndern leuchteten den Teil des engen Raumes aus, wo Jesus dem Glauben zufolge auf die Welt kam. <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">N<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">ach einem kurzen Erhaschen de<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">s Anblicks und der<\/span><\/span><\/span> <span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Atmosph\u00e4re<\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> die Kammer, <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">wurde man, angesichts der Menschenmassen, sofort wieder aufgefordert weiter zu gehen. Dennoch ein besonderer Moment.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-683 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_105119-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_105119-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_105119-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_105119-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-686 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_105222-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_105222-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_105222-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_105222-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wieder im Freien, sahen wir uns noch ein wenig im Ort um, liefen \u00fcber die M\u00e4rkte und suchten nach einem sch\u00f6nen Ort, um zu verweilen und etwas zu essen. Doch das war nicht so einfach, denn alle Lebensmittell\u00e4den oder Imbisse waren geschlossen, da in der muslimischen Welt der Fastenmonat Ramadan zelebriert wurde. Um der sengenden Hitze zu entgehen, planten wir unseren weiteren Tag auf zwei provisorisch aufgestellten Gartenst\u00fchlen inmitten eines gut akklimatisierten Blumengesch\u00e4ftes. Der Verk\u00e4ufer blickte etwas verwundert drein, lie\u00df uns aber h\u00f6flich gew\u00e4hren. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Im arabischen Bus nach Hebron<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-548 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_145608-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_145608-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_145608-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_145608-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir fassten gemeinsam den Entschluss, uns gemeinsam in einen arabischen Bus zu setzen, der, anders als die israelischen Verkehrsmittel, auch am Shabbat verkehrt, um in die Stadt Hebron zu fahren. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Weg zum Busbahnhof war nicht weit. Auf dem Busbahnhof standen etliche gelbe, klapprig anmutende Minibusse herum. Passagiermengen schoben sich zwischen den eng aneinander gereihten Fahrzeugen vorbei. Die anderen Fahrg\u00e4ste musterten uns als Touristen scheinbar besonders eindringlich. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach gef\u00fchlt endlosem Herumfragen und zahlreichen Fehlinformationen, sa\u00dfen wir dann letztlich in einem uralt erscheinendem Bus, mit ungepolsterten Sitzen und abgewetzten, gelben Gardinen vor den schmuddelig, schmutzigen Fenstern. Die Farbwahl im Inneren des Busses war wirklich bemerkenswert h\u00e4sslich. Nachdem sich der Bus langsam gef\u00fcllt hatte, stieg zu guter Letzt der Fahrer ein. Er schob eine Kassette ins uralte Kassettenfach, drehte gekonnt den Schl\u00fcssel herum und der schrottreif wirkende Bus begann im Takt des Motors zu zittern. Die Blicke der Pal\u00e4stinenser f\u00fchlten wir auf uns gerichtet. Offenbar war es eine eher ungew\u00f6hnliche Szenerie, zwei junge Touristinnen in ihren lokalen Verkehrsmitteln vorzufinden. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-688 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_114319-e1551629531724-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_114319-e1551629531724-576x1024.jpg 576w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_114319-e1551629531724-169x300.jpg 169w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_114319-e1551629531724-768x1365.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180519_114319-e1551629531724.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Eine Stadt \u2013 zwei Welten <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-548 size-large\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_145608-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_145608-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_145608-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_145608-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach einem kurzen, recht erholsamen Mittagsschlaf w\u00e4hrend der Fahrt im stickigen, \u00fcber die Stra\u00dfen rumpelnden Bus, erreichten wir den muslimischen Teil der Stadt Hebron. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zu meiner gro\u00dfen \u00dcberraschung war es deutlich ruhiger in der Innenstadt, als ich urspr\u00fcnglich erwartet hatte. Das mochte haupts\u00e4chlich an zweierlei Gr\u00fcnden liegen. Zum einen erreichte die Sonne, als wir ausstiegen gerade ihren h\u00f6chsten Punkt, sodass jeder, der nur konnte, sich ein ruhiges \u00d6rtchen im Schatten suchte, zum anderen kamen wir im Fastenmonat Ramadan zu Besuch, was bedeutete, dass zu dieser Zeit hier keine Restaurants, Imbissbuden o.\u00e4. ge\u00f6ffnet waren und auch Lebensmittel sich tags\u00fcber daher auch kaum verkaufen lie\u00dfen oder gekauft wurden.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bei unserem Bummel durch die Innenstadt sahen wir, wie ein Mann crepartig d\u00fcnne Fladenbrote an einem Holzfeuerofen auf offener Stra\u00dfe ganz frisch selber herstellte. Interessiert warfen wir einen Blick zu ihm her\u00fcber, bestaunend wie er seine Arbeit so schnell und geschickt verrichten konnte. Als er unsere interessierten Blicke wahrnahm, winkte er uns beide zu sich her\u00fcber und dr\u00fcckte jeder von uns einen frischen Fladen in die Hand und fordert uns auf, es zu probieren. Es schmeckte ganz wunderbar und wir freuten uns sehr \u00fcber diese nette Geste. Der B\u00e4cker selbst stand hier bereits seit vielen Stunden in der Hitze und konnte selbst weder etwas essen noch trinken. Wir bewunderten seine Selbstdisziplin.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-544 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_140256-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_140256-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_140256-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_140256-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nur wenige Meter weiter weiter wurden wir gleich von einem \u00e4lteren Herrn mit langem grauen Bart und traditionellem Gewand und Turban in den hinteren Teil seines Ateliers gelotst, wo er uns eine kurze F\u00fchrung durch sein privates Humus-Museum erteilte. Interessant zu sehen waren die \u00dcberreste eines riesigen Mahlsteines inmitten eines kleinen Raumes. Der Besitzer zeigte uns dann ein verschwommenes, welliges Foto, auf dem ein Kamel mit verbundenen Augen zu sehen war, das immer im Kreis lief, um den Mahlstein zu drehen. Die Augen, so erkl\u00e4rte und der nette Herr, w\u00fcrden den Tieren verbunden werden, damit ihnen nicht so schnell schwindelig w\u00fcrde.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Er erz\u00e4hlte noch eine Menge \u00fcber Hummusherstellung und die Verarbeitung von Kichererbsen, Sesam und Oliven.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Direkt am Ausgang wurden wir von einem freundlichen jungen Mann angesprochen, der sich als Ghassan vorstellte und uns anbot, etwas in der Stadt herum zu f\u00fchren. Dieses Angebot nahmen wir freudig an. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir liefen durch die engen Gassen und er deutete auf die sehr gut besuchte Moschee. Er erkl\u00e4rte uns aber auch gleich, dass er es selber nicht so ernst mit der Religion nehme und es auch mit dem Fasten nicht so streng sehe. Seine offen-weltliche Einstellung \u00fcberraschte mich, genauso wie sein recht fl\u00fcssiges Englisch. Wir kamen an einen Checkpoint, Lea und ich konnten ungehindert passieren. Ghassan hingegen wurde extra gescannt und musste seine Ausweisdokumente vorzeigen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-546 size-large\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_1429501-e1539028044623-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_1429501-e1539028044623-576x1024.jpg 576w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_1429501-e1539028044623-169x300.jpg 169w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180728_1429501-e1539028044623-768x1365.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Er f\u00fchrte uns zu unserem Erstaunen zu seinem eigenen Laden, wo er selbst hergestelltes Porzellan verkaufte. Als wir es uns auf Plastikst\u00fchle im Schatten bequem gemacht hatten, begann er uns seine pers\u00f6nliche Geschichte zu erz\u00e4hlen: Bis vor 3 Jahren lebte er f\u00fcr insgesamt 2 Jahre in D\u00e4nemark und besuchte dort die Schule. Jetzt sei er 24. Eigentlich wollte er viel lieber nach Deutschland, aber mit seinen Papieren und seinem unklaren Status, hatte er eben keine Wahl, sondern musste nehmen, was er kriegen konnte, erkl\u00e4rte er uns freundlich l\u00e4chelnd. Doch die Worte, die er sagte, waren ernst. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bei allem, was er erz\u00e4hlte, merkte man ihm an, was f\u00fcr eine Anspannung und Frustration sich in ihm angestaut hatte. Er beschrieb, wie schwer und m\u00fchselig es f\u00fcr ihn war, von der arabischen Innenstadt zu seinem Laden zu gelangen und wieder zur\u00fcck. Jedes Mal wieder m\u00fcsse er seine Papiere zeigen, sich Kontrollen und Befragungen aussetzen, obwohl ihn die Soldaten alle bestens kannten, schlie\u00dflich wohne und arbeite er ja hier und ginge diesen Weg mehrmals t\u00e4glich. Doch das schien nur eine Sache unter vielen zu sein, die ihn unzufrieden stimmte. Wie gerne w\u00e4re er so frei wie wir, sagte er uns.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-487 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/14-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"788\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/14-682x1024.jpg 682w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/14-200x300.jpg 200w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/14-768x1154.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/14.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es machte sich -wie jedes Mal &#8211; ein unbehagliches Gef\u00fchl in mir breit, wenn Pal\u00e4stinenser mit mir \u00fcber ihre Situation sprachen. Wie einfach war es f\u00fcr Lea und mich in nahezu jedes beliebige Land einzureisen und innerhalb der ganzen EU ungehindert von einer Stadt zur n\u00e4chsten fahren. Zu diesem Reichtum an Freiheit haben wir nichts beigetragen und nichts geleistet, wir haben ihn einfach, weil wir in Deutschland geboren wurden. F\u00fcr uns ist es fast unvorstellbar, diese Freiheit nicht zu haben. F\u00fcr Ghassan und einen Gro\u00dfteil der Pal\u00e4stinenser hier, ist es sogar mit Ungewissheiten verbunden, ob ihnen ein Aufenthalt in Jerusalem gewehrt wird. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-491 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20-1024x460.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20-1024x460.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20-300x135.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20-768x345.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20.jpg 1329w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ghassan erkl\u00e4rt ausf\u00fchrlich seine Sicht auf die Situation seiner Stadt und auf sein Leben und seine Zukunft : <span style=\"color: #383838;\">Immer mehr illegale Siedlungen <\/span><span style=\"color: #383838;\">w\u00fcrden die Westbank <\/span><span style=\"color: #383838;\">zerrei\u00dfen, <\/span><span style=\"color: #383838;\">so <\/span><span style=\"color: #383838;\">formulierte es der junge Pal\u00e4stinenser<\/span><span style=\"color: #383838;\">. Nirgends k<\/span><span style=\"color: #383838;\">\u00f6nne<\/span><span style=\"color: #383838;\"> man die Spannung<\/span><span style=\"color: #383838;\">en<\/span><span style=\"color: #383838;\"> so deutlich sp\u00fcren wie in Hebron, der gr\u00f6\u00dften und wichtigsten Stadt Pal\u00e4stinas. <\/span><span style=\"color: #383838;\">Er k<\/span><span style=\"color: #383838;\">\u00f6<\/span><span style=\"color: #383838;\">nn<\/span><span style=\"color: #383838;\">e<\/span><span style=\"color: #383838;\"> selber nicht begreifen, wie es zur Teilung der einst lebhaften <\/span><span style=\"color: #383838;\">Stadt <\/span><span style=\"color: #383838;\">kommen konnte und wie es <\/span><span style=\"color: #383838;\">s<\/span><span style=\"color: #383838;\">ein konnte, dass sich<\/span><span style=\"color: #383838;\"> i<\/span><span style=\"color: #383838;\">n ihrem<\/span><span style=\"color: #383838;\"> Herzen j\u00fcdische Siedler <\/span><span style=\"color: #383838;\">ungehindert<\/span><span style=\"color: #383838;\"> niedergelassen <\/span><span style=\"color: #383838;\">konnten, womit sie<\/span><span style=\"color: #383838;\"> den Alltag vieler Pal\u00e4stinenser f\u00fcr immer ver\u00e4nder<\/span><span style=\"color: #383838;\">ten<\/span><span style=\"color: #383838;\">. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #383838;\">Ghassan<\/span> <span style=\"color: #383838;\">schilderte sehr bewegt<\/span><span style=\"color: #383838;\">, <\/span><span style=\"color: #383838;\">wie schlimm es f\u00fcr ihn sei, <\/span><span style=\"color: #383838;\">mit anzusehen<\/span><span style=\"color: #383838;\"> wie soviel Leid und Unrecht einfach totgeschwiegen w<\/span><span style=\"color: #383838;\">ird<\/span><span style=\"color: #383838;\">. \u201eWie kann die Weltgemeinschaft nicht nur wegschauen, sondern das Ganze auch noch unterst\u00fctzen?\u201c, <\/span><span style=\"color: #383838;\">stellte er <\/span><span style=\"color: #383838;\">zum Schluss<\/span><span style=\"color: #383838;\"> in den Raum.<\/span> <span style=\"color: #383838;\">O<\/span><span style=\"color: #383838;\">hne <\/span><span style=\"color: #383838;\">jedoch unsere<\/span><span style=\"color: #383838;\"> Reaktion <\/span><span style=\"color: #383838;\">ab<\/span><span style=\"color: #383838;\">zuwarten, <\/span><span style=\"color: #383838;\">schl<\/span><span style=\"color: #383838;\">u<\/span><span style=\"color: #383838;\">g er <\/span><span style=\"color: #383838;\">uns <\/span><span style=\"color: #383838;\">dann <\/span><span style=\"color: #383838;\">vor, <\/span><span style=\"color: #383838;\">dass <\/span><span style=\"color: #383838;\">wir uns <\/span><span style=\"color: #383838;\">noch <\/span><span style=\"color: #383838;\">ein Weilchen in der Geisterstadt umsehen <\/span><span style=\"color: #383838;\">k\u00f6nnten <\/span><span style=\"color: #383838;\">and <\/span><span style=\"color: #383838;\">bot<\/span><span style=\"color: #383838;\"> an<\/span><span style=\"color: #383838;\">, uns noch so weit, wie <\/span><span style=\"color: #383838;\">es<\/span><span style=\"color: #383838;\"> ihm <\/span><span style=\"color: #383838;\">eben <\/span><span style=\"color: #383838;\">erlaubt <\/span><span style=\"color: #383838;\">war,<\/span> <span style=\"color: #383838;\">zu begleiten. <\/span><span style=\"color: #383838;\">Wir freuten uns sehr dar\u00fcber.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Diskussion mit religi\u00f6sem Sittenw\u00e4chter in Hebron<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach unserer Durchquerung des Checkpoints, befanden wir uns schon in der j\u00fcdisch-gemischten Zone der geteilten Stadt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier sorgen israelische Sicherheitskr\u00e4fte vor allem f\u00fcr die Sicherheit der j\u00fcdischen Siedler inmitten des ehemaligen Stadtzentrums. Arabische Bewohner d\u00fcrfen sich hier nur sehr eingeschr\u00e4nkt bewegen, so sind z.B. an manchen Stra\u00dfen schmale R\u00e4nder abgeteilt, auf denen es den Pal\u00e4stinensern gestattet ist zu gehen. Einige Stra\u00dfen wurden allerdings aus sicherheitsrelevanten Gr\u00fcnden komplett f\u00fcr sie gesperrt. Dieser Stadtteil hat sich nach der zweiten Intifada und dem Durchsetzen strenger Isolationsma\u00dfnahmen zwischen Juden und Arabern in eine Geisterstadt verwandelt, bestehend aus leeren Bauruinen und geschlossenen Gesch\u00e4ften. Eine durchaus angsteinfl\u00f6\u00dfende Kulisse, fand nicht nur Lea. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-480 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/7-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/7-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/7-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/7-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/7.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-479 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/6-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/6-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/6-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/6-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/6.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-477 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/4-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/4-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/4-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/4-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/4.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Inzwischen standen wir auf einer nahezu leeren Stra\u00dfe, etwas abseits von einem einsamen, kleinen j\u00fcdischen Gesch\u00e4ft. Ghassan steckte mir unauff\u00e4llig ein paar Silberm\u00fcnzen zu und bat mich, eine kleine Wasserflasche f\u00fcr ihn zu kaufen. Gl\u00e4ubigen Muslimen war es w\u00e4hrend Ramadan tags\u00fcber nicht gestattet zu essen oder zu trinken. Unser Begleiter hielt zwar nichts von diesen strengen Vorschriften, war sich jedoch bewusst, dass es ein absolutes No-Go f\u00fcr ihn w\u00e4re, h\u00e4tte er versucht im arabischen Stadtteil etwas Wasser zu kaufen, geschweige denn dieses auf offener Stra\u00dfe zu konsumieren. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">W\u00e4hrend ich kurz in dem kleinen L\u00e4dchen verschwand, musste Lea erst einmal richtig begreifen auf was f\u00fcr einem Schauplatz sie hier gerade stand. Eine Bande kleiner Jungs rannte die Stra\u00dfe herunter, doch bis auf sie waren die Stra\u00dfen wie leer gefegt, denn das Ende dieses Ortes hatte begonnen. Ich bekam aus einiger Entfernung mit, wie Ghassan Lea ausmalte, dass hier einst so reges Treiben herrschte wie auf dem Bazar im arabischen Stadtteil und dass aus Angst, Hass und Repression schon \u00fcber 3000 L\u00e4den geschlossen werden mussten. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bei der weiteren Besichtigung dieses Ortes, konnten wir das ganze Ausma\u00df dieser Lebenssituation nur in Ans\u00e4tzen erfassen. Ghassan wies uns wieder und wieder auf die leerstehenden Geb\u00e4ude hin und malte f\u00fcr uns das alte, lebendige Hebron in all seinen bunten Farben aus und lie\u00df es vor unserem inneren Auge wieder entstehen. Wir passierten einen Wachturm aus dem Augen auf uns herab starrten und uns beobachteten. Sie beobachten das Geschehen, wo nichts mehr geschah. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-475 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/2-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"788\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/2-682x1024.jpg 682w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/2-200x300.jpg 200w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/2-768x1154.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/2.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-474 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/1-682x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"788\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/1-682x1024.jpg 682w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/1-200x300.jpg 200w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/1-768x1154.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/1.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wo einst fr\u00f6hliche Menschen, ein reges Treiben und eine lebensfreundliche Heimat waren, findet man heutzutage lebensfeindliches, totes Territorium durchzogen von meterhohen W\u00e4llen. An den leerstehenden Geb\u00e4uden baumeln vereinzelt die blau-wei\u00dfen Israelfahnen herab und ab und zu entdeckt man auf dem Boden leere Granath\u00fcllen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wir kamen um eine weitere Stra\u00dfenbiegung und als wir uns f\u00fcr einen Moment unbeobachtet f\u00fchlten, bat mich Ghassan, ihm das Wasser zu reichen, welches ich bis hierhin mit mir herum trug. Hastig trank er er ein paar Schlucke, da brauste auch schon ein gel\u00e4ndetaugliches, allradbetriebenes Polizeiauto um die Ecke und bremste ruckartig vor uns ab. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das offene Fenster gab die Sicht auf den am Steuer sitzenden Polizisten und seinen Beifahrer frei. Die sonnengebr\u00e4unten durchtrainierten Oberk\u00f6rper, die kurzen Gel verklebten dunklen Haare und die verspiegelten Sonnenbrillen der beiden jungen Beamten stie\u00dfen mir als erstes ins Auge. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Beifahrer lie\u00df l\u00e4ssig seinen muskelbepackten Arm aus dem Fenster baumeln und auf seiner marineblauen Uniform prangten zahlreiche Abzeichen und Orden der Wichtigkeit. Bis vor wenigen Augenblicken noch, war ich felsenfest davon \u00fcberzeugt gewesen, die Sicherheitskr\u00e4fte an diesem eigenartigen Ort seien ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Sicherheit der B\u00fcrger, insbesondere der j\u00fcdischen Siedler, zust\u00e4ndig. Nichts lie\u00df mich bis zu diesem Moment ahnen, dass die Sicherheitskr\u00e4fte hier auch gleichzeitig die Aufgaben eines \u201ereligi\u00f6sen W\u00e4chterrats\u201c \u00fcbernahmen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der am Fenster sitzende Polizist begann nun Ghassan lauthals auf arabisch zu ma\u00dfregeln. Es sei Ramadan und ihm als Muslim nicht gestattet, tags\u00fcber zu trinken. Nach unserer sehr emotionalen F\u00fchrung durch die Stadt, regte mich diese Situation pl\u00f6tzlich furchtbar auf und mit \u00e4rgerlich aufgebrachter Stimme und einem leicht provokantem Unterton fragte ich den Beamten also, ob er denn auch immer koscher esse. Mit eingefrorenem Gesicht und starrem Blick klappte ihm f\u00fcr einen Bruchteil einer Sekunde die Kinnlade herunter. Ohne zu antworten, obwohl er mich ganz sicher geh\u00f6rt hatte, forderte er kalt und monoton: \u201ePassport please!\u201c Ich h\u00e4ndigte ihm unverz\u00fcglich mein Dokument aus und er begann ein paar l\u00e4cherliche Sicherheitsfragen zu stellen. \u201eEr kann uns doch nicht allen Ernstes nun f\u00fcr Terrorverd\u00e4chtige halten!\u201c, ging es mir etwas genervt durch den Kopf. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als der Polizist mit seiner Fragerei scheinbar am Ende angekommen war, streckte er mir meinen Pass aus dem Fenster entgegen. Aufgebracht durch die ganze Situation, nahm ich jedoch den Pass nicht sofort entgegen, sondern bemerkte zun\u00e4chst freundlich aber bestimmt, dass ich all seine Fragen, ob mir lieb oder nicht, wahrheitsgem\u00e4\u00df beantwortet habe und ich nun gerne erfahren w\u00fcrde, ob er denn wirklich immer koscher esse. Er blickte mir tief in die Augen und antwortete mit ernster Stimme, dass er nie koscher und sogar Schwein esse. Ich bedankte mich f\u00fcr die Antwort und zog ihm ruppig meinen wertvollen Reisepass aus dem festen Griff, den er immer noch in meine Richtung zeigend aus dem Fenster streckte.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Etwas verwundert raunte der Polizist etwas seinem Kollegen zu, der schon ungeduldig mit den gro\u00dfen H\u00e4nden aufs Lenkrad trommelte und rief dann noch Ghassan etwas auf Arabisch her\u00fcber. Die beiden lachten kurz auf und dann waren die beiden Polizisten auch schon wieder verschwunden. Ich schaute ihnen hinterher, doch alles was ich sah war eine dunkle Staubwolke.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ganz bald mussten wir uns auch von unserem treuen Begleiter verabschieden, denn den Bereich, den wir uns nun anschauen wollten, kennt Ghassan in seiner ausgestorbenen Form nur von Bildern und aus Erz\u00e4hlungen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Ruhepause auf dem Observatory &#8211; Tower<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Durch die leere Geisterstadt bahnten wir uns unseren Weg in schnellem Gehtempo und zweigten dann auf einen kleinen Trampelpfad ab, zugewuchert mit dornigen B\u00fcschen und hohem Gras. Ein kleines Schild mit bl\u00e4ttriger Farbe wies uns den Weg zu der etwas abseits gelegenen \u201eAbrahams Spring\u201c. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Schon aus einiger Entfernung lie\u00df sich erahnen, wo die Quelle zu finden sein k\u00f6nnte, denn ein St\u00fcck bergauf sahen und h\u00f6rten wir auf einmal zahlreiche Menschen. Als wir den sonnigen Hang empor gekraxelt waren, hatten wir eigentlich eine Abk\u00fchlung bitter n\u00f6tig, doch unsere Vorfreude wurde beim Anblick der Quelle schnell getr\u00fcbt. Tiefbraunes Wasser sammelte sich in einem kleinen, schattigen Becken, gelegen in einer Art H\u00f6hle. Obwohl einige Menschen sich ein vermeintlich erfrischendes Bad in dem nach Kanalisation und Abfalltonne stickenden Schlammloch g\u00f6nnten, war mir schnell klar, dass ich getrost darauf verzichten konnte, auch nur meine F\u00fc\u00dfe hinein zu halten. Etwas entt\u00e4uscht standen wir auf die Quelle blickend in der Gegend herum, als ein j\u00fcdischer Mann mit Kippa auf uns zu kam und zum Ausdruck brachte, unsere Meinung \u00fcber die Badestelle teilen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">David, so wie er sich dann vorstellte, wartete auf seinen Freund, der sich eine kurze Abk\u00fchlung g\u00f6nnen wollte, was bei David jedoch offensichtlich auf Unverst\u00e4ndnis stie\u00df. Geduldig beantwortete er stattdessen all unsere Fragen aus seiner Sicht zu dieser durchaus eigenartigen Stadt. Er best\u00e4tigte, sich hier sehr wohl und sicher zu f\u00fchlen, dank der vielen Soldaten, die hier f\u00fcr die Sicherheit sorgten. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Einige der stationierten Soldaten waren auch hier an der Quelle pr\u00e4sent. Einige in Uniform, einige nur \u00e4u\u00dferst leicht bekleidet, um ebenfalls von den Vorz\u00fcgen der Quelle Gebrauch zu machen. David \u00e4u\u00dferte, dass er es auch schade f\u00e4nde, dass die vielen L\u00e4den in der ehemaligen Innenstadt schlie\u00dfen mussten, war aber ebenso \u00fcberzeugt davon, dass es sich dabei um die einzige M\u00f6glichkeit handele, in Hebron f\u00fcr Stabilit\u00e4t und Sicherheit zu sorgen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dann fragten wir ihn nach seinen Empfehlungen bez\u00fcglich weiterer sehenswerter Besichtigungsorte.Daraufhin rief er seinen etwas verwunderten Freund mit rauem Tonfall aus dem Wasser und forderte uns auf, ihnen zu folgen. Gemeinsam liefen wir \u00fcber einen steinigen Weg und krabbelten durchs Unterholz, wobei ich mir meine Knie und Beine aufkratzte. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Pl\u00f6tzlich d\u00e4mmerte mir, wohin wir uns bewegten. Wir steuerten schnurstracks auf den milit\u00e4rischen Wachturm zu, umgeben von unz\u00e4hligen wachhabenden Soldaten. Am Fu\u00dfe des Turms verabschiedeten sich die beiden Jungs von uns und versicherten, dass es kein Problem sei, auf den Turm zu steigen und von oben den Blick auf die Stadt zu genie\u00dfen. Wir folgten ihrem Rat und betraten das Geb\u00e4ude, in dem sich ebenfalls viele Soldaten aufhielten. Nach einem steilen Treppenaufstieg, wurden wir endlich mit einer schattigen, einladenden Dachterrasse und einer grandiosen Aussicht \u00fcber Hebron belohnt. Noch angef\u00fcllt mit den bizarren Eindr\u00fccke der letzten Stunden, packten wir hungrig die Brotfladen aus, die uns heute Mittag auf der Stra\u00dfe geschenkt wurden. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-307 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06716K-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06716K-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06716K-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06716K-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06716K.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-309 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06718K-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06718K-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06718K-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06718K-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC06718K.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach unserem provisorischen Picknick, machte sich eine l\u00e4hmende M\u00fcdigkeit in uns breit. Wir legten uns auf die Rucks\u00e4cke und das fr\u00fche Aufstehen machte sich schlagartig und unwillk\u00fcrlich bemerkbar. Nach einem kurzen Nickerchen, konnten wir uns gerade noch im rechten Moment besinnen und uns wieder aufraffen, um nicht versehentlich in einen komat\u00f6sen Tiefschlaf zu verfallen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Etwas benommen von unserem Kurzschlaf kletterten wir tr\u00e4ge den Turm hinab und fragten einige umstehende Soldaten nach dem Weg zur Stra\u00dfe. Anscheinend l\u00f6ste unsere m\u00fcde Erscheinung den Besch\u00fctzerinstinkt in den Soldaten aus. Sehr zuvorkommend und freundlich beschrieben sie uns den Weg zur\u00fcck zur Quelle und kontaktierten daraufhin gleich ihre Kollegen, die etwas weiter unterhalb stationiert waren, bzw. badeten, um sicher zu gehen, dass wir heil ankommen. Als wir die Quelle passierten, reagieren die dort informierten Soldaten recht am\u00fcsiert auf unser Kommen, da sie uns schon von unserem ersten Besuch des Badeloches kannten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenige Augenblicke sp\u00e4ter standen wir vor einem verlassen wirkenden Wohnhaus, mitten in der Natur. Auf der schmalen Steintreppe, die zum Wohnhaus f\u00fchrte, sa\u00df ein Vater mit seinen 3 kleinen Kindern im Schatten und winkt uns zu. Wir verst\u00e4ndigten uns kurz und entschieden, hin\u00fcber zu gehen. Wir kamen zu ihnen an die Treppe, doch trotz gro\u00dfer Bem\u00fchungen, war es uns leider aufgrund der un\u00fcberwindbaren Sprachbarriere nicht m\u00f6glich, ein Gespr\u00e4ch anzufangen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Durch einladende Gesten gab der Mann zu verstehen, dass wir uns setzten sollten, und kurz darauf kam seine in Kopftuch und lange Kleidung geh\u00fcllte Frau aus dem Haus und brachte uns schwarzen Tee mit Minze und ganz viel Zucker &#8211; typisch arabisch. Wir lie\u00dfen uns das s\u00fc\u00dfe Getr\u00e4nk schmecken und freuten uns sehr \u00fcber die pl\u00f6tzliche und unerwartete Gastfreundschaft. Gerne w\u00e4ren wir auch noch geblieben, aber je l\u00e4nger wir auf der Treppe sa\u00dfen, desto mulmiger wurde uns bei dem Gedanken an die noch bevorstehende R\u00fcckfahrt. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-615 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/cropped-IMG_1614-1-1024x590.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"302\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/cropped-IMG_1614-1-1024x590.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/cropped-IMG_1614-1-300x173.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/cropped-IMG_1614-1-768x443.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/cropped-IMG_1614-1.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die arabischen Busse verkehren n\u00e4mlich nur zu \u00e4u\u00dferst unregelm\u00e4\u00dfigen, scheinbar willk\u00fcrlichen Zeiten. Daher gibt es keinerlei Gewissheit dar\u00fcber, wann die letzten Busse zur\u00fcck nach Bethlehem fahren. Auch konnte es sein, dass die Fahrer an Ramadan m\u00f6glicherweise spontan beschlossen, die Arbeit vorzeitig zu beenden. Vor dem Gehen, wollten wir aber noch ein Abschiedsfoto machen. Als ich gerade dabei war aufzustehen und ein Bild mit meiner Handykamera aufzunehmen, kamen die Soldaten von der Badequelle den schmalen Pfad herunter marschiert. In ironischem Tonfall riefen sie: \u201eShabbat Schalom!\u201c, einen Gru\u00df f\u00fcr eigentlich ausschlie\u00dflich j\u00fcdische Feiertage. Was in den Menschen um uns herum dabei vorging, vermag ich kaum zu erahnen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><b>Wiedersehen in Bethlehem<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit sehr viel Gl\u00fcck schafften wir es, im arabischen Stadtteil gerade noch rechtzeitig in einen kleinen Bus zur\u00fcck nach Bethlehem zu springen. Die Fahrt verging wie im Flug. Im rasanten Tempo brauste der Fahrer durch die engen Kurven der Stra\u00dfen, wobei der alte Motor immer wieder laut aufheulte. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Trotz der beinahe schwindelerregenden Fahrt klappten Lea und mir die Augen zu und wurden nach einer gef\u00fchlt viel zu kurzen Erholung durch die laute und genervte Stimme des Fahrers geweckt, der uns versuchte mitzuteilen, dass wir in Bethlehem angekommen waren und dass die Fahrt hier nun f\u00fcr uns vorbei war. Wir stiegen aus und setzten unseren Fu\u00dfmarsch in Richtung Checkpoint und Jerusalem fort. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-618 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cropped-6-1024x680.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cropped-6-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cropped-6-300x199.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cropped-6-768x510.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/cropped-6.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf dem Weg kamen wir abermals an der mit Graffiti bespr\u00fchten Mauer vorbei und trafen ganz unerwartet auf Hamoud. Hamoud habe ich vor circa einem halben Jahr bei einem Besuch in Bethlehem kennengelernt. Damals lud er mich dazu ein, dabei zu sein, als er und seine Kollegen die Sperrmauer etwas \u201everzierten\u201c. F\u00fcr mich war dies ein einmaliges Erlebnis, aber ich wunderte mich sehr, dass er sich noch so gut an mich erinnern konnte. Nach etwas Smalltalk vor seinem Laden, half ich ihm schnell, die St\u00fchle und Schilder in den kleinen Shop zu r\u00e4umen. Er schloss daraufhin das Gesch\u00e4ft und fuhr uns mit seinem Wagen zum am Stadtrand gelegenen Checkpoint. Gerne h\u00e4tte er uns auch noch die folgenden 8 km nach Hause gefahren, aber das war ihm leider aufgrund seiner pal\u00e4stinensischen Papiere nicht ohne Weiteres m\u00f6glich. Wir dankten Hamoud f\u00fcr seine freundliche Hilfe und liefen den Rest des Weges zu Fu\u00df. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es war zum Gl\u00fcck schon dunkel und nicht mehr so hei\u00df. Hinter dem Checkpoint kreuzten wir eine arabische Wohngegend und fantasierten hungrig dar\u00fcber, wie sch\u00f6n er w\u00e4re, auch einmal zum \u00fcppigen Ramadanessen eingeladen zu werden. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">V\u00f6llig ersch\u00f6pft, sehr m\u00fcde und auch hungrig, kamen wir mit wunden F\u00fc\u00dfen sp\u00e4t abends wieder in der vertrauten WG in Jerusalem an. W\u00e4hrend Lea sich aufs Sofa legte und sofort in Tiefstschlaf verfiel, versuchte ich schnell noch mit ein paar Gem\u00fcseresten aus dem Krankenhaus ein s\u00e4ttigendes Abendessen f\u00fcr uns zu fabrizieren. Es wurde eher ein scharf gew\u00fcrztes \u201eAllerlei\u201c, aber nach diesem unglaublich langen Tag, a\u00dfen wir es dennoch, der Hunger trieb es sowieso hinein. <\/span><\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Herrgottsfr\u00fche zu Fu\u00df nach Bethlehem Der Samstag (Schabbat) ist in Jerusalem ein Feiertag, \u00e4hnlich unserem Sonntag. Alle L\u00e4den sind geschlossen, sogar alle Busse und Stra\u00dfenbahnen sind au\u00dfer Betrieb und die ganze Stadt scheint in Ruhe bettet zu sein. 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