{"id":524,"date":"2018-08-25T18:11:41","date_gmt":"2018-08-25T18:11:41","guid":{"rendered":"http:\/\/sveavenus.de\/?p=524"},"modified":"2019-05-19T13:19:29","modified_gmt":"2019-05-19T13:19:29","slug":"wueste-totes-meer-und-elat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wueste-totes-meer-und-elat\/","title":{"rendered":"W\u00fcste, Totes Meer und Elat"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00fcstenwind am Toten Meer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Nazareth machten wir uns am sp\u00e4ten Nachmittag auf zum Toten Meer. Nachdem wir noch etwas die Stadt besichtigt und noch ein paar kleine Kirchen bewundert hatten, ging es weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Norden des Landes trampten wir in erstaunlich kurzer Zeit bis zum Nationalpark En Ghedi, der sich in unmittelbarer N\u00e4he zum Toten Meer befand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Klima bei unserer Ankunft war absolut seltsam. Normalerweise stand die hei\u00dfe, feucht-schw\u00fcle Luft in der Senke beim Toten Meer, aber nun fegte ein trockener W\u00fcstensandsturm \u00fcber uns hinweg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-600 size-large\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1-300x200.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1-768x511.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/1.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Himmel wirkte dunkelgrau, zugezogen und angesichts der Wetterlage wurde uns schnell bewusst, dass Zelten hier heute keine M\u00f6glichkeit war. Das h\u00e4tte das klapprige Billigzelt auf keinen Fall mitgemacht! Wir liefen von der Stra\u00dfe, an der wir abgesetzt wurden, einen kleinen steilen Weg zur En Ghedi Field School hoch. Von etwas weiter oben genossen wir den tollen Ausblick, \u00fcber das Tote Meer bis hin\u00fcber nach Jordanien. Es war ein bizarres Gef\u00fchl, sich vorzustellen, hier mitten in der W\u00fcste zu sein und hier \u00fcbernachten zu wollen, ganz allein und weit weg von irgendwelcher Infrastruktur um uns herum. Allerdings stellte sich nun f\u00fcr uns die Frage zunehmend konkret, wo wir denn \u00fcbernachten k\u00f6nnten, da zelten ja wirklich weiterhin komplett ausgeschlossen war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht weit von uns entfernt, beobachteten Lea und ich einen Mann mit einem gr\u00fcnen T-Shirt, versehen mit dem Logo des Nationalparks, der m\u00fchevoll versuchte auf einer Slackline zu laufen, was mir angesichts des Sturms schier unm\u00f6glich erschien. Wir entschieden, ihn um einen Rat zu bitten. Noch w\u00e4hrend er mir verhalf, ebenfalls auf Socken \u00fcber die wackelige Leine zu balancieren, bot er uns sogleich und ohne zu z\u00f6gern an, bei ihm zu \u00fcbernachten. Er erkl\u00e4rte, er habe gerne lustigen Besuch bei sich zu Hause!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So stellte sich heraus, dass neben uns noch ein Mann aus Australien und ein Ehepaar aus \u00d6sterreich bei ihm gestrandet waren. Auch seine Mitbewohnerin, die ebenfalls im Nationalpark arbeitete, schien sich mittlerweile daran gew\u00f6hnt zu haben, dass fremde Leute ihre Wohnung fluteten und ihr Essen a\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wohnung wirkte auf den ersten Blick recht klein, doch wir hatten uns geirrt und so waren Lea und ich umso perplexer, als wir unser eigenes G\u00e4stezimmer mit weichen Matratzen auf dem Fu\u00dfboden zur Verf\u00fcgung gestellt bekamen. Den weiteren Abend verbrachten wir in einer geselligen Runde mit den anderen Reisenden und zu unserer gro\u00dfen Freude, schlug dann auch noch der australische Gast namens Greg vor, f\u00fcr uns alle zu kochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gab Reis, verschiedene Gem\u00fcsepfannen, Salat, Avokadocreme und Brot. Bei dem Essen \u00fcberlegte ich, wann ich wohl das letzte Mal so ein leckeres und \u00fcppiges Gericht gegessen hatte. Es schien mir schon lange her, es musste auf jeden Fall vor meinem Aufbruch nach Israel gewesen sein. Welch unglaubliche Gastfreundschaft!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wanderung durch schwei\u00dftreibende Hitze<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend nachts der hei\u00dfe, trockene Wind \u00fcber die W\u00fcste fegte und jede Menge Sand und Staub aufwirbelte, lagen wir gut gesch\u00fctzt in unserem eigenen kleinen Zimmer auf weichen Matratzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor wir uns schlafen legten, lie\u00dfen wir unsere Blicke noch etwas vom Balkon durch die Landschaft streifen. Alles was wir sahen, war einige Kilometer unbefahrene, sich durch die Berge schl\u00e4ngelnde Stra\u00dfe, die vom Norden bis nach Elat f\u00fchrte. Die Luft war tr\u00fcbe, eine Mischung aus Salz, Dunst und Sand. Dennoch konnten wir auf der anderen Seite des Toten Meeres einige Lichter leuchten sehen. Abgesehen von einigen kleinen Lichtern jordanischer Siedlungen war weit und breit nichts um uns herum. Nur W\u00fcste und scheinbar lebensfeindliche Umgebung und doch ging es uns hier so gut. Wir empfanden es als wunderbares Gl\u00fcck hier in diesem Haus inmitten der W\u00fcste untergekommen zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-891 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_104900-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_104900-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_104900-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_104900-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-884 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_090831-e1551951824813-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_090831-e1551951824813-576x1024.jpg 576w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_090831-e1551951824813-169x300.jpg 169w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_090831-e1551951824813-768x1365.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_090831-e1551951824813.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-883 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_085742-e1551951852870-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_085742-e1551951852870-576x1024.jpg 576w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_085742-e1551951852870-169x300.jpg 169w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_085742-e1551951852870-768x1365.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_085742-e1551951852870.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-882 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084920-e1551951882676-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084920-e1551951882676-576x1024.jpg 576w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084920-e1551951882676-169x300.jpg 169w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084920-e1551951882676-768x1365.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084920-e1551951882676.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-880 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084707-e1551951911852-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084707-e1551951911852-576x1024.jpg 576w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084707-e1551951911852-169x300.jpg 169w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084707-e1551951911852-768x1365.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_084707-e1551951911852.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer erholsamen Nacht standen wir wieder einmal fr\u00fch auf, um der Hitze auf unserer Wandertour durch den En Ghedi Nationalpark ein wenig zu entgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir aufwachten, hatte sich der Sturm gelegt, die Luft war hei\u00df und trocken, am blauen Himmel gab es kein einziges W\u00f6lkchen zu sehen. Trotz des fr\u00fchen Aufstehens, lastete die schwei\u00dftreibende Hitze bei jedem Schritt auf uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die geplante Route begann mit einem steilen Aufstieg \u00fcber einen kleinen, gut ausgewiesenen Pfad, der \u00fcber ein Ger\u00f6llfeld f\u00fchrte. Mit jedem Meter, den wir h\u00f6her kamen, wurde die Aussicht grandioser. Nach dem anstrengenden Anstieg folgten wir einem etwas flacheren, geschl\u00e4ngelten Weg durch die karge, trockene Landschaft. Ab und zu blieben wir stehen und betrachteten die bizarren Stein- und Landschaftsformationen. \u00dcberall waren Spuren jahrtausendelanger Erosion zu finden. Von Zeit zu Zeit wehte eine leichte und erfrischende Brise vom Toten Meer zu uns her\u00fcber. Jedes Mal brachte sie einen neuen, intensiven Schwefelgeruch mit sich. Dank der fr\u00fchen Tageszeit und den rauen klimatischen Bedingungen hatten wir das Gl\u00fcck, den ersten Teil unserer Wanderung komplett alleine genie\u00dfen zu d\u00fcrfen. Es war herrlich, die Stille und Einsamkeit wahrzunehmen, nach all den vielen, hektischen Eindr\u00fccken und den rasant aufeinander folgenden Erlebnissen der letzten Tage und den vielen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es tat uns beiden gut, an diesem Ort etwas zur Ruhe zu kommen und die Gedanken schweifen zu lassen. Wir folgten der blau-wei\u00dfen Markierung und stiegen in eine tiefe Schlucht hinab. Links und rechts ragten nun steile Felsw\u00e4nde empor und spendeten sogar kurzzeitig ein wenig kostbaren Schatten. Hier handelte es sich eindeutig um ein ausgetrocknetes Flussbett, obwohl die Vorstellung schier unm\u00f6glich erschien, dass hier einst Wasser floss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach weiteren Auf- und Abstiegen erreichten wir in schwei\u00dfdurchn\u00e4ssten Oberteilen ein Highlight des Nationalparks: Inmitten der kargen Umgebung entsprang Wasser aus einer unscheinbaren Quelle und sammelte sich in weitl\u00e4ufigen Becken. Diese Becken waren nicht nur ein geeignete Ort f\u00fcr Lea und mich, um uns eine erfrischende Pause zu g\u00f6nnen, sondern stellten auch eine wichtige Oase f\u00fcr seltene, uns unbekannte Pflanzen dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Ende unserer Wanderung waren wir wirklich sehr froh so fr\u00fch gestartet zu sein, angesichts der Touristenmassen, die uns beim letzten Abstieg entgegen kamen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach trampten wir mit deutschen Touristen weiter zu einem sch\u00f6nen Badestrand im S\u00fcden des Toten Meeres.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schwerelosigkeit im Toten Meer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl ich schon viele Male im Toten Meer gebadet hatte, war es auch dieses Mal wieder ein ganz lustiges, unbeschreibliches Gef\u00fchl, als uns beim Hineinwaten in das salzige Wasser die Beine weggezogen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Plump und tr\u00e4ge lie\u00dfen wir uns ins warme Wasser gleiten und vom Wasser tragen, mit der Gewissheit nicht unterzugehen. Wir genossen das \u00f6lig-schleimige Gef\u00fchl, dass das Wasser auf unserer Haut hinterlie\u00df und sammelten gro\u00dfe, klare Salzkristalle, die am Steg wuchsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor wir unsere Weiterfahrt Richtung Elat fortsetzten, schossen wir noch ein paar klassische Erinnerungsfotos: mit einer Zeitung in der Hand faul auf dem Wasser d\u00fcmpeln \u2013 im Hintergrund die im Dunst verh\u00fcllten Berge Jordaniens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-876 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_081351-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_081351-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_081351-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180524_081351-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-743 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180521_124519-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180521_124519-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180521_124519-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/20180521_124519-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wieder einmal: Unglaubliche Gastfreundschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von En Boqeq wurden wir rasch mitgenommen und fuhren mit einem arabischen Busfahrer in einem Minibus knappe zwei Stunden durch die unbesiedelte W\u00fcste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kommunikation mit dem Fahrer war schwierig, dennoch bekam ich wieder einmal eine Telefonnummer und Lea verdrehte nur noch kopfsch\u00fcttelnd die Augen, bevor sie m\u00fcde auf der R\u00fcckbank einschlief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Safir, einem kleinen, einsamen und etwas verfallenen W\u00fcstendorf, fuhren wir in einem edlen, gut klimatisierten Sportwagen mit. Am Steuer sa\u00df ein \u00e4lterer Herr, so um die 60 Jahre, mit Bundfaltenhose, Polo T-Shirt und einer protzigen Uhr am Handgelenk. Die Frau neben ihm war deutlich j\u00fcnger, vielleicht so um die 30, und sehr elegant gekleidet, in langem Abendkleid, mit hochhackigen Schuhen, viel Schminke und einem feinen Handt\u00e4schchen. Wir unterhielten uns nur kurz, die meiste Zeit \u00fcber lief schnulzige Musik, wozu unser Fahrer auch gerne lauthals mitsang, mehr oder weniger schief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf halber Strecke bogen wir dann pl\u00f6tzlich noch auf eine Seitenstra\u00dfe ab und machten einen kurzen Abstecher zu einem Aussichtspunkt, wo sich das feine Paar fotografierte, Lea und ich taten es ihnen gleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Auto zur\u00fcck erkl\u00e4rte uns dann der Mann, dass seine Begleiterin ihn gerne heiraten wolle, er sie aber als viel zu jung daf\u00fcr erachte. Die Dame schien uns nicht zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz vor Elat fragte uns der feine Herr, wo wir denn genau raus gelassen werden wollten. Wir wollten keine Umst\u00e4nde bereiten und antworteten, er k\u00f6nne uns einfach nahe des Stadtzentrums herauslassen. Diese Antwort schien jedoch Beiden nicht zu gefallen. Nun fragte der Herr uns, ob wir denn Hunger h\u00e4tten, woraufhin wir nur ganz verhalten nickten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraufhin wurden wir z\u00fcgig zu einer zentral gelegenen Pizzeria gefahren, wo der Mann uns zwei Pizzen, Salat und Cola bestellte. Nachdem er das Essen f\u00fcr uns gezahlt hatte, verabschiedete sich das freundliche Paar von uns. Erfreut und erstaunt \u00fcber diese nette Einladung, verlie\u00dfen auch wir das Restaurant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Flughafen statt Fu\u00dfg\u00e4ngerzone<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach unserem unerwarteten Abendessen machten wir uns auf den Weg zum nicht weit entfernten Strand, um uns eine kurze Abk\u00fchlung im Roten Meer zu g\u00f6nnen. Auf unserem Weg dorthin mussten wir feststellen, dass sich die unglaublichen Geschichten der Israelis \u00fcber den Flughafen in Eilat bewahrheiteten: Der Flughafen lag genau dort, wo man in anderen St\u00e4dten eher mit einer Fu\u00dfg\u00e4ngerzone gerechnet h\u00e4tte!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitten im Stadtzentrum trennt er die Wohnstadt von der Hotelzone ab. Da der Flughafen jedoch eine gro\u00dfe L\u00e4rmbel\u00e4stigung f\u00fcr die Bewohner darstellt und die Stadtentwicklung blockiert, wird etwas Au\u00dferhalb einer der sichersten Flugh\u00e4fen der Welt gebaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch w\u00e4hrend wir unserem Erstaunen \u00fcber die Flughafenkonstruktion Ausdruck verleihen, stehen wir auch schon am wei\u00dfen Sandstrand, mitten in der Stadt! Hinter uns befindet sich nicht nur der Flughafen, sondern auch noch zahlreiche weitere Hotels und Restaurants.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch in diesem Moment konnte uns nichts von einer Erfrischung in dem ausgesprochen klaren Wasser abhalten. Elat war wirklich ein erstaunlicher Ort, so wurde es Lea und mir bewusst, als wir uns im Wasser vergn\u00fcgten. Mit dem Blick aufs offene Wasser realisierten wir die N\u00e4he der jordanischen Grenze zu unserer Linken, nur wenige Gehminuten von unserem Strandplatz entfernt. Zur Rechten erblickten wir ein markantes Milit\u00e4rgeb\u00e4ude der israelischen Marine und einige Kilometer entfernt konnten wir den \u00e4gyptischen K\u00fcstenort Taba bestens erkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es schien uns in diesem Moment fast schon unwirklich, wie wir hier so friedlich und entspannt dem Meeresrauschen lauschen konnten. Es war nicht lange her, seit sich Israel mit seinen Nachbarstaaten blutige Kriege auch an diesem Ort geliefert hat. In unsere Gedanken versunken, wurden wir pl\u00f6tzlich aus unserer Ruhe gerissen, als eine gro\u00dfe Passagiermaschine unmittelbar \u00fcber unsere K\u00f6pfe hinweg flog, um keine 500 Meter entfernt von uns zu landen. Einen ann\u00e4hernd skurrilen Ort hatte ich bisher noch nicht gesehen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcbernachtung am Strand<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Sonne merklich tiefer stand, begaben wir uns in Richtung der \u00e4gyptischen Grenze. Dort sollte es einen Platz geben, an dem man sch\u00f6ne Felsen am Strand f\u00e4nde und wo es gestattet sei, am Strand zu \u00fcbernachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Probleme wurden wir beim Trampen mitgenommen und befanden uns kurze Zeit sp\u00e4ter direkt am israelisch-\u00e4gyptischen Grenz\u00fcbergang wieder und fanden sogleich den wundersch\u00f6nen Platz am Strand, wo wir auch \u00fcbernachten konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir ergriffen auch hier noch einmal die Gelegenheit und sprangen vor Sonnenuntergang mit unseren Taucherbrillen vom Steg ins fischreiche Wasser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war wirklich ein spektakul\u00e4rer Anblick: Scheinbar unendlich viele Meerestiere in allen Farben und Gr\u00f6\u00dfen umgaben uns! Es war unfassbar sch\u00f6n sie zu beobachten. Manche der Fische kamen ganz nah an uns heran, vermieden es aber konsequent uns zu ber\u00fchren. Andere Fische traf man nur in gro\u00dfen Schw\u00e4rmen an, wobei alle Fische sehr darauf bedacht schienen, nah beieinander zu bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir aus dem Wasser kamen, war es schon fast dunkel und wir hatten den Steg fast f\u00fcr uns alleine. Nur eine Franz\u00f6sisch sprechende Familie aus Israel war noch da. Wir trockneten uns ab und \u00fcberlegten wo am Strand genau wir die Nacht verbringen wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch w\u00e4hrend wir dar\u00fcber beratschlagten, kam die Mutter zu uns her\u00fcber und schenkte uns eine T\u00fcte voller klebriger Bonbons und Sonnenblumenkerne. Wir unterhielten uns eine Weile und wir erz\u00e4hlten ihr von unseren Erlebnissen und den weiteren Pl\u00e4nen. Bevor die Frau ging, gab sie mir noch ihre Telefonnummer, damit wir sie im Notfall um Hilfe bitten k\u00f6nnten. Das war eine super liebe Geste, wie wir fanden und etwas was ich sehr an Israel zu sch\u00e4tzen gelernt habe, insbesondere auf dieser Reise!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-583 size-large\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/LJNZ2489-1-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/LJNZ2489-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/LJNZ2489-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/LJNZ2489-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/LJNZ2489-1.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier scheinen die Menschen unglaublich offen und hilfsbereit und mit offenen Augen ihren Weg zu gehen. In ganz Israel hatte ich immer wieder den Eindruck, dass es ein sehr tief verwurzeltes Gef\u00fchl von Gemeinschaft und geistiger Verbundenheit gibt. Die Geschichte scheint in der Mentalit\u00e4t der Menschen ihre Spuren hinterlassen zu haben. So haben Zusammenhalt und gegenseitige Unterst\u00fctzung einen besonders hohen Wert und werden besonders gepflegt. F\u00fcr mich sah es immer wieder so aus, dass die Gemeinschaft sich um den Einzelnen k\u00fcmmert und ihn besch\u00fctzt und f\u00fcr seine Sicherheit sorgt. Die Menschen scheinen hier wachsam umeinander bem\u00fcht. Ein vollkommen anderes Lebensgef\u00fchl als bei uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begeistert vom hier so klaren, glitzernden Sternenhimmel schlugen wir in der Nacht nicht das Zelt auf, sondern rollten unsere Isomatten unter freiem Himmel aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00fcstenwind am Toten Meer Von Nazareth machten wir uns am sp\u00e4ten Nachmittag auf zum Toten Meer. Nachdem wir noch etwas die Stadt besichtigt und noch ein paar kleine Kirchen bewundert hatten, ging es weiter. Vom Norden des Landes trampten wir in erstaunlich kurzer Zeit bis zum Nationalpark En Ghedi, der sich in unmittelbarer N\u00e4he zum&#8230;<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":601,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":"","footnotes":""},"categories":[115],"tags":[],"class_list":["post-524","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-rundreise-mit-lea"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=524"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1956,"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/524\/revisions\/1956"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/601"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}