{"id":526,"date":"2018-08-25T18:13:13","date_gmt":"2018-08-25T18:13:13","guid":{"rendered":"http:\/\/sveavenus.de\/?p=526"},"modified":"2019-05-23T15:12:54","modified_gmt":"2019-05-23T13:12:54","slug":"leas-grosse-ueberraschung-fallschirmspringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sveavenus.de\/en\/leas-grosse-ueberraschung-fallschirmspringen\/","title":{"rendered":"Leas gro\u00dfe \u00dcberraschung &#8211; Fallschirmspringen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Als wir aus allen Wolken fielen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ort und der Sternenhimmel waren grandios, die Nacht jedoch kurz und unerholsam. Als um kurz nach 4.00 Uhr der Wecker zum Tagesaufbruch klingelte, hatten wir ein paar durchfrorene Stunden hinter uns, da wir nicht damit gerechnet hatten, dass es hier so k\u00fchl und au\u00dferdem so windig werden w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00fcde und zitternd packten wir unsere Sachen zusammen, ob wir vor K\u00e4lte oder vor Aufregung zitterten, konnte ich nicht mit letzter Gewissheit unterscheiden, schlie\u00dflich hatten wir Aufregendes vor!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von unserem Nachtlager an der \u00e4gyptischen Grenze, machten wir uns zu Fu\u00df auf in Richtung Flughafen, wo ich f\u00fcr Lea eine \u00dcberraschung organisiert hatte, zu der wir p\u00fcnktlich erscheinen mussten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir hatten die Wegstrecke leider etwas untersch\u00e4tzt und zu so fr\u00fcher Stunde war auch kein Autoverkehr unterwegs, der uns ein nennenswertes St\u00fcck h\u00e4tte mitnehmen k\u00f6nnen. Eine bessere Alternative w\u00e4re wohl eine Aufstehzeit von 3.15 gewesen, um nicht in Hektik verfallen zu m\u00fcssen. Doch dann hatten wir doch noch Gl\u00fcck, ein Taxifahrer hielt neben uns und bot an, uns \u201efor free\u201c ins Stadtzentrum zu fahren, da er gerade seine Schicht beendet hatte und sowieso dort hin musste. Die kostenlose Fahrt in einem offiziellen Taxi kam uns wirklich vor wie ein Segen, als wir kurz darauf nun \u00fcberp\u00fcnktlich am noch geschlossenen Flughafen standen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem nahe gelegenen Kaufhaus hatten wir noch genug Zeit um Geld abzuheben und noch einmal die Toilette aufzusuchen, denn jetzt machte sich doch die Aufregung und Neugierde in uns breit: Fallschirmspringen lautete das Projekt des heutigen Tages!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Flughafen wurden wir von einem freundlich l\u00e4chelnden Amerikaner namens Ray empfangen, der uns beim Hereintreten in den Flughafen gleich sicher als seine Kunden identifizierte und uns unsere schweren Rucks\u00e4cke abnahm. Nur mit unseren Reisep\u00e4ssen ausgestattet, mussten wir uns auch hier der israelischen Sicherheitskontrolle unterziehen, bevor wir uns in den Abflugbereich des Flughafens begeben durften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst wollten mir die Beamten erkl\u00e4ren, dass die Kontrolle etwas l\u00e4nger dauern werde und ich noch gesondert aufgrund meines \u00c4gyptenvisums im Pass befragt werden m\u00fcsse, doch als wir den Securitym\u00e4nnern erkl\u00e4rten, dass wir nur Fallschirmspringen gehen wollten, war die Befragung damit quasi schon beendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wurden auf das Rollfeld gef\u00fchrt, wo ein weiterer Amerikaner namens Dan kam und uns unsere schweren Gurte anlegte, mit denen wir sp\u00e4ter an unseren Tandempartnern und am Fallschirm befestigt werden w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach standen wir eine Weile nerv\u00f6s auf dem Rollfeld herum und spekulierten dar\u00fcber, aus welcher Maschine wir denn wohl springen w\u00fcrden. Nicht weit von uns entfernt stand ein kleines Flugzeug, welches gerade von etlichen Leuten umringt wurde, die alle lauthals miteinander diskutierten und so aussahen, als versuchten sie irgendeine Art von Reparatur vorzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann gab uns einer der Guides zu verstehen, dass unser Flugzeug eine Maschine gleichen Typus sei und nur wenige Meter weiter geparkt w\u00e4re. Die Maschine, in die wir nun mit den beiden Guides einstiegen, wirkte genauso klapprig und marode wie die andere Maschine, an der gerade die Reparatur durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorne sa\u00df der Pilot in einem winzigen Cockpit. Wir zw\u00e4ngten uns mit den Tandempartnern in den kleinen Hinterraum des Fliegers, der mich von der Gr\u00f6\u00dfe und vom Aussehen an die Ladefl\u00e4che eines alten VW Golfs erinnerte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einigen abschlie\u00dfenden Kontrollen wurde der unglaublich laute Motor der Maschine gestartet. Das Ger\u00e4usch klang f\u00fcr mich wie ein Betonmischer, den man mit Kieselsteinen gef\u00fcllt hat. Lea sa\u00df am Fenster, ich an der T\u00fcr, welche noch offenstand, als wir schwungvoll \u00fcber das Rollfeld brausten. Ich fragte mich kurz, ob man die T\u00fcr \u00fcberhaupt auf dem Flug schlie\u00dfen werde, doch kurz vor dem Abheben, wurde die schwerg\u00e4ngige T\u00fcr doch noch zugezogen, der L\u00e4rmpegel blieb dennoch derselbe. Eng aneinander gepfercht sa\u00dfen wir in dem kleinen Flugzeugraum und bewunderten die Landschaft von oben, w\u00e4hrend der Pilot in gro\u00dfen Kreisen immer h\u00f6her flog.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter uns war das tiefblaue Meer, kleine Bote waren auf dem Wasser gut erkennbar. Wir sahen die Hotels in Elat und lie\u00dfen unsere Blicke \u00fcber alle Grenzen hinweg nach Jordanien, den Sinai und bis nach Saudi Arabien schweifen. Das Land war die ganze Zeit klar und deutlich erkennbar, aber ein Gef\u00fchl f\u00fcr die H\u00f6he hatte man hier oben nicht mehr. Ab und zu warfen unsere Tandempartner einen Blick auf die H\u00f6henmesser an ihren Handgelenken. Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit hatten wir dann endlich die 3000er Marke erreicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-605 size-large\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Venus-25.5.2018-0079-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"295\" srcset=\"https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Venus-25.5.2018-0079-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Venus-25.5.2018-0079-300x169.jpg 300w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Venus-25.5.2018-0079-768x432.jpg 768w, https:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Venus-25.5.2018-0079.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Tandempartner zurrte meinen Gurt noch einmal ganz fest, sodass ich mich kaum noch bewegen konnte. Dann wurde die kleine lukenartige T\u00fcr wieder aufgeschoben und es ging sofort los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gemeinsam krabbelten wir zum Ausgang, ich erhaschte einen kurzen Blick nach unten in die Tiefe und im n\u00e4chsten Moment befanden wir uns auch schon im freien Fall. Die k\u00fchle Luft, die mir entgegenschlug lie\u00df mich erahnen, dass wir hier schon ganz sch\u00f6n hoch oben sein mussten. Ich war \u00fcberrascht, denn ich hatte mir den Absprung aus dem Flugzeug wie eine Achterbahnfahrt vorgestellt, wobei man wild hin und her geschleudert wird, ohne jegliche Kontrolle. Aber nein, ganz im Gegenteil, es f\u00fchlte sich an wie ein Luftkissen, auf dem man lag und das war f\u00fcr mich ein sicheres und faszinierendes Gef\u00fchl.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-576 size-large\" src=\"http:\/\/sveavenus.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Venus-25.5.2018-0094-e1539029267862-576x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"525\" height=\"933\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war unvorstellbar, dass wir mit 200 km\/h einfach so dahin segelten. Die 30 Sekunden im freien Fall waren so schnell vorbei! Pl\u00f6tzlich ruckte es und ich wurde von einer kopfabw\u00e4rts gerichteten Position in die Senkrechte gerissen. Der Fallschirm hatte sich ge\u00f6ffnet. Mit einer immer noch schnellen Geschwindigkeit segelten wir in Kreisen \u00fcber das Meer hinweg. Es war ein atemberaubend, spektakul\u00e4res Gef\u00fchl und ein wahnsinnig toller Ausblick und ich konnte gar nicht richtig realisieren, was gerade geschah. Aber noch w\u00e4hrend wir dem Boden entgegensegelten, fasste ich den Entschluss, dass dies nicht mein letzter Sprung aus einem Flugzeug bleiben sollte. Sachte landeten wir kurz darauf im Sitzen auf dem sandigen Boden und wurden von einem schon bereit stehenden Jeep abgeholt und zur\u00fcck zum Flughafen gebracht, wo wir unser Gep\u00e4ck abholten und uns noch einmal herzlich f\u00fcr dieses unvergessliche Erlebnis bedankten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wodka statt Fr\u00fchst\u00fcck dank Omer Adam<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch ganz erf\u00fcllt von dem gewagten Sprung, liefen wir zum Stadtrand, um uns kurz zu erfrischen, das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen und \u00fcber den weiteren Tagesverlauf zu entscheiden. Als wir am Strand ankamen, war es noch nicht einmal 8.00 Uhr, dennoch waren schon erstaunlich viele Menschen am Strand. Ich sprang mit meiner Kleidung geradeaus ins Wasser, w\u00e4hrend Lea noch nach ihrem Bikini kramte. Wir blieben lange im erfrischenden, aber keineswegs kalten Wasser und tauschten uns \u00fcber unsere Eindr\u00fccke und Emotionen aus. Lea berichtete dann, sie w\u00e4re vor der Landung noch kurzzeitig mit dem ge\u00f6ffneten Schirm in den Jordanischen Luftraum getrudelt. Es \u00fcberraschte mich sehr, dass dies einfach so m\u00f6glich war, ohne abgeschossen zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wir uns wieder aus dem Wasser begaben, stand ich in meiner nassen Kleidung am Strand, was f\u00fcr mich, angesichts der drastisch hohen Temperaturen, nicht weiter ein Problem darstellte. Der Mann auf der Liege neben uns schien das jedoch anders zu sehen und bot mir ein wei\u00dfes Handtuch an, das neben ihm auf der Liege lag und ganz eindeutig aus einem Hotel stammte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir kamen ins Gespr\u00e4ch und der Mann machte kein Geheimnis daraus, wer er war. Er hatte heute Abend hier in Elat in der N\u00e4he des Strandes einen Auftritt, denn er spielte Trompete in der Band von Omer Adam! Dies ist wohl mit Abstand der bekannteste israelische S\u00e4nger, welcher in seinen Liedern die traditionellen Kl\u00e4nge mit moderner Popmusik verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der freundliche Herr fragte uns, ob wir etwas trinken wollten, woraufhin wir beide ganz dankbar nickten, denn schlie\u00dflich hatten wir noch nichts gefr\u00fchst\u00fcckt! Ich erinnerte mich auf einmal auch wieder an die Abschiedsworte unseres Tandemguides, denn er riet uns dazu, etwas Zuckeriges zu uns zu nehmen nach all der Aufregung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch statt eines Kaffees, Tees oder Saftes, der uns vorschwebte, zog der Trompeter zu unserem gro\u00dfen Schreck eine volle Wodkaflasche aus seiner Handtasche und bef\u00fcllte uns jeweils einen Einwegplastikbecher damit. Das war ja ein sch\u00f6nes Missverst\u00e4ndnis. Der nette Herr schien Anderes zum Fr\u00fchst\u00fcck zu bevorzugen als wir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorsichtig nippte ich an dem Getr\u00e4nk und es brannte sogleich auf meinen Lippen. Wahrscheinlich konnte ich meinen Widerwillen nicht so richtig verbergen, woraufhin er uns nun fr\u00f6hlich auch noch einen Energydrink reichte, um ihn dem Wodka beizumischen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Sache nun m\u00f6glichst schnell zu beenden, ohne dabei das Gesicht zu verlieren, kippte ich das Gemisch z\u00fcgig herunter. Lea dr\u00fcckte mir daraufhin mit sehr eindringlichem Blick ihr Getr\u00e4nk in die Hand. Ich nahm noch einen Schluck von ihrem, doch bereute ich dies im n\u00e4chsten Augenblick sofort, denn dies sah der Trompetenspieler als Signal daf\u00fcr, uns beiden noch mehr einzuschenken. F\u00fcr Lea und mich unbegreiflich, f\u00fcr den Musiker ganz normaler Alltag: um diese Uhrzeit Wodka zu trinken!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir erz\u00e4hlten ihm sogleich, dass wir heute schon einen Fallschirmsprung hinter uns gebracht hatten, aber noch kein Fr\u00fchst\u00fcck und dass wir unm\u00f6glich weiter mit ihm seinen Wodka trinken konnten. Angesichts der Tatsache, dass wir heute noch nichts zu essen hatten, bestellte er uns sofort eine gro\u00dfe \u201eIsraelische Humusplatte\u201c an den Strand und zahlte f\u00fcr uns noch einen Aufpreis, damit wir eine der am Strand stehenden Liegen benutzen durften. Mit Freude a\u00dfen wir das frische Brot, die Falafel, So\u00dfen und Salate. Das war besser als Wodka!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir plauderten und er befragte uns nach unseren Reiseerlebnissen. Nachdem wir die Mahlzeit beendet hatten, bot er uns an, er k\u00f6nne uns auch noch mehr Essen bestellen &#8211; offenbar wirkten wir sehr ausgehungert &#8211; und kommentierte meine vielleicht etwas eilige Essweise als \u201esehr israelisch\u201c. Ich nahm das als Kompliment. Aus H\u00f6flichkeit trank ich zum Schluss auch noch den nachgeschenkten Wodka aus und wir tauschten wie immer die Handynummern. Ich z\u00e4hlte schon gar nicht mehr mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschlie\u00dfend trampten wir zu einem Schnorchelstrand, denn das war der Plan f\u00fcr den weiteren Tag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Delfine am Schnorchelstrand<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unterwasserwelt am Roten Meer ist gro\u00dfartig! So viele und so unterschiedliche Tiere habe ich noch nirgends vorher beim Schnorcheln beobachten k\u00f6nnen. Man taucht in diese ganz besondere Welt hinab und vergisst dabei vollkommen die Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachher lagen wir nur noch schl\u00e4frig am Strand, ob es das fr\u00fche Aufstehen oder der Alkoholkonsum vor dem Fr\u00fchst\u00fcck waren, lie\u00df sich nicht sagen. Aus unserem Schlaf gerissen wurden wir aber schlagartig, als eine kleine Gruppe freilebender Delphine in unserer Bucht auftauchten. Das war ein ganz besonderer Anblick, mit dem wir beide nicht gerechnet hatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir konnten sie immer wieder springen sehen. Einige der Badeg\u00e4ste schwammen zu den Tieren hin, wodurch sie nur leider schnell vertrieben wurden. ch h\u00e4tte sich gerne noch l\u00e4nger beobachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die R\u00fcckfahrt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite Nacht in Elat verbrachten wir wieder am Strand, nur dass wir diesmal unser Zelt aufschlugen. Wir wollten nicht noch einmal so frieren! Wir entschieden uns f\u00fcr ein abermals fr\u00fches Aufstehen, um den Sonnenaufgang von unserem Zelt aus genie\u00dfen zu k\u00f6nnen und um dann im ersten Licht schnorcheln zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer kurzen Mitfahrbekanntschaft zufolge sei dies die beste Uhrzeit, um die vielen Meerestierchen zu beobachten. Dieser Tipp bewahrheitete sich f\u00fcr uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sahen Fischschw\u00e4rme von tausenden winzig kleiner Fischchen und einzelne Meeresbewohner, die \u00fcber einen Meter lang und zum Teil auch recht breit gebaut waren. In der Fr\u00fche hatten wir ebenfalls das Gl\u00fcck zu sehen, wie die Fische auf Nahrungssuche gingen und konnten sogar voller Faszination h\u00f6ren, wie es klingt, wenn Fische etwas von den Korallen abbei\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch musste ich mit ansehen, wie ein kleiner t\u00fcrkis-gr\u00fcner Fisch in einem Bissen von einem nur geringf\u00fcgig gr\u00f6\u00dfer erscheinenden Fisch vertilgt wurde. Leider konnten wir auch sehen, dass auch hier die meisten Korallen am Absterben und mehr grau-braun als farbenfroh und bunt waren, obwohl der Zustand der gesichteten Korallen in \u00c4gypten noch weitaus schlimmer zu sein schien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach unserem morgendlichen Tauchausflug wollten wir wieder zur\u00fcck trampen. Es war jedoch Shabbat, daher rechneten wir wie in allen Feiertagen mit weniger Verkehrsaufkommen. Doch zu unserer Freude wurden wir recht schnell und weit mitgenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich unterhielt mich durchweg auf der Autofahrt mit dem netten und lustigen israelischen Fahrer, w\u00e4hrend im Hintergrund laut die Musik von Bob Marley lief. Der Fahrer war j\u00fcdisch, bezeichnete sich selbst weder als sehr religi\u00f6s, noch spielte die Einhaltung religi\u00f6ser Vorschriften und Gebote eine wichtige Rolle f\u00fcr ihn. Er hatte noch zwei S\u00f6hne in unserem Alter, die momentan ihren dreij\u00e4hrigen Dienst in der Armee absolvierten, so wie es hier f\u00fcr die Jugendlichen \u00fcblich ist. Noam, wie er sich bei uns vorstellte, bef\u00fcrwortete die lange Zeit in der Armee. Einerseits sei es gut f\u00fcr die pers\u00f6nliche Entwicklung der jungen Menschen und ihr Wertebewusstsein, andererseits sei es essenziell f\u00fcr die weitere Existenz des j\u00fcdischen Staates. Es wirkte auf mich etwas paradox, wie er auf der einen Seite immer wieder sehr abwertend \u00fcber die arabische Bev\u00f6lkerung sprach und auf der anderen Seite gerade aus einem \u00e4gyptischen Casino zur\u00fcck fuhr, wo er seine freien Tage verbracht hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend ich mich unterhielt und noch dazu nicht gerade leise Musik lief schlief Lea tief und fest auf der R\u00fcckbank, was etwas zur Erheiterung des Fahrers beitrug. Er kommentierte, dass er beeindruckt sei, wie viel Vertrauen Lea in die Situation und den Fahrer habe, so dass sie sofort in einem fremden Auto eingeschlafen war. Ich erkl\u00e4rte ihm dann, dass dies beides nicht der Fall war. Erstens war ich die Reiseleitung und passte ja auf sie auf und zweitens war sie einfach f\u00fcrchterlich m\u00fcde, so dass die Frage, ob Einschlafen oder Wachbleiben sich weitgehend ihrer Kontrolle entzog. Das am\u00fcsierte ihn noch mehr und er bot uns zwei Dosen Energydrink an, die bei ihm \u00fcberall im Fu\u00dfraum herumflogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich konnte wirklich nicht nachvollziehen, weshalb so viele Leute hier, dieses ekelhafte Ges\u00f6ff aus Aromen, Koffein, Zucker und Farbstoffen scheinbar literweise in sich hineinkippten. Wir jedenfalls haben diese Vorliebe nicht entwickelt und lehnten dankend ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach zwei Stunden Fahrt, musste ich Lea unweigerlich aus ihrem Tiefschlaf wachr\u00fctteln und wir mussten in der W\u00e4rme weiter trampen. W\u00e4hrend ich mich noch quietschfidel f\u00fchlte, war Lea nur noch ein H\u00e4uflein Elend. Ich hoffte innigst, dass m\u00f6glichst schnell ein Auto f\u00fcr uns anhalten w\u00fcrde, um einen Hitzekollaps bei Lea zu vermeiden. Wir hatten Gl\u00fcck und waren gegen Mittag wieder auf der H\u00f6he von Jerusalem, wo wir den Tag noch ausnutzten und einen Abstecher nach Jericho einschoben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als wir aus allen Wolken fielen Der Ort und der Sternenhimmel waren grandios, die Nacht jedoch kurz und unerholsam. 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