Das arabische Mallorca Agadir

Von Casablanca aus ging meine Route noch etwas weiter an der Küste entlang und durch die recht touristischen Orte Al Jadida und Safi. Zwischen den größeren Küstenorten fand man jedoch kaum Infrasruktur. Manchmal überkam mich wirklich ein bizarres Gefühl, wenn ich so einsam mit meinem Fahrrad durch die karge, heiß-trockenen Wüstenlandschaft tuckerte. Zwischen den winzigen Siedlung fand man manchmal Schäfer mit einigen Schafen, die die dürren Halme zwischen Sand und Steinen abknabberten. Ganz egal ob arm oder reich die Leute hier wirken nett und fröhlich. Oft winkten oder grüßten sie mich freundlich, immer wieder hielten Leute für mich an und baten mir Wasser, Saft oder einen Happen zu essen an oder fragten mich nach einem gemeinsamen Selfi am Straßenrand. Von Safi aus bestritt ich 160 km brüllendheiße Wüstenstraße, bis ich am Nachmittag etwas erschöpft aber sehr glücklich in Marrakech angelangte. Ursprünglich hatte ich geplant, nach meiner Ankunft und etwas Pause in Marrakech, diese recht touristische Stadt zu besichtigen und dann den Rückweg anzutreten. Letztlich kam aber alles anders. In Marrakech war es mir zu warm und außerdem hatte ich das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung nach den vergangenen Etappen. Deshalb gelang mir das Sightseeing, so wie es massenweise anderen deutsche Touristen hier zu tun pflegen denkbar schlecht. In anderen Worten sah ich quasi gar nichts von der Stadt, ich schaffte es gerade einmal etwas über den zentralen Marktplatz zu laufen bis hin zur völlig überfüllten Altstadt. Doch ich lernte viele nette Marokkanerinnen und Marokkaner kennen, wurde in die ulkigsten Restaurants eingeladen und musste unzählige Heiratsanträge ablehnen. Gut gestärkt entschied ich dann noch bis nach Agadir weiterzufahren. Eine ziemlich anstrengende, steile und heiße Strecke, aber des Weges halber hat sich die Weiterfahrt gelohnt. Jetzt bin ich nach über 5100 km in Agadir angekommen; eine pompöse, touristische Stadt, die mich eher an Mallorca erinnert, als an eine arabische Küstenstadt. Hier habe ich das große Glück für zwei Nächte in einer sehr wohlhabenden Gastfamilie unterkommen zu können.
Für den Rückweg habe ich eine Alternative, nicht aber jedoch weniger anstrengende Rückroute ausfindig machen können die mich nochmals nach Marrakech bringt, denn ich möchte dieser besonderen Stadt nach dieser unglaublichen Anreise noch eine 2. Chance geben und die Menschen die ich dort kennen gelernt habe ebenfalls wiedersehen. Auch werde ich in Casablanca, Rabat und einer kleinen Stadt Namens Kenitra auf meinem Rückweg nochmals halt machen um die hier geknüpften Freundschaften zu festigen. Diese vielen Begegnungen und das intensive Kennenlernen des Landes aufgrund der Durchquerung mit dem Fahrrad geben mir das Gefühl einer starken inneren Verbindung zu Marokko und ich kann mir gar nicht vorstellen, dass morgen der Rückweg beginnt, am liebsten wäre ich noch endlos weiter gefahren…

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