Nach 2861 km Gesamtstrecke endlich in Porto

Meine gestrige Etappe führte mich von einem kleinen Campingplatz in Chauves, wo ich mich einen Tag lang regenerierte bis nach Porto.

In anderen Worten: 200km Hitze, Staub, Steigung, Euphorie und zu guter letzt der Atlantik und eine sehenswerte Stadt.

Leider versagte der Akku meines Mobiltelefons kurz vor meiner Ankunft in der Stadt und ließ sich aufgrund eines mürben Kabels auch nicht mehr laden, weshalb ich kein wirkliches Ankunftsfoto machen konnte. Ein Beweisbild mit Fahrrad werde ich morgen aber ganz sicher noch aufnehmen.

Als ich meinen Ankunftsrausch ausgelebt hatte war es schon recht spät abends. Ich kann irgendwie immer noch nicht realisieren wo ich bin, auch nach dem Tag heute nicht – irgendwie ging alles so schnell und schmerzlos.

Die Nächte hier verbringe ich in einem einfachen, preiswerten Hostel, in einem leeren Mehrbettzimmer. Es tut nach den Wochen des Reisens wirklich gut, ein kleines eigenes Zimmer zu haben und etwas Privatsphäre. Netterweise half mir Isabella, eine junge Portugisin die Herberge ausfindig zu machen und geleitete mich sogar bis zur Unterkunft in der sorge ich würde sie ohne Handy nicht finden. Dafür bin ich ihr unglaublich dankbar.

Jetzt wo ich schon bis hier her gefahren bin, muss ich es auch genießen und möchte mir etwas Zeit für die Stadt lassen, andererseits zieht es mich zielwärts, denn Lissabon ist plötzlich gar nicht mehr so weit weg…

Ankunft in Portugal

Landschaftlich war die Durchquerung Nordspaniens traumhaft schön. Die meiste Zeit über war der Weg bergig steil bis hügelig.

Auf meiner Fahrt, war ich immer wieder überrascht davon, wie dünn besiedelt der Norden ist und wie wenig Infrastruktur ich in den ländlicheren Regionen vorfand.

Übernachtung in einem spanischen Landhaus
Übernachtung in einer spanischen Pilgerherberge – Gastgeber Maya und Miguel

Gestern Abend, nach einer langen Tagesetappe und insgesamt über 2500 km Wegstrecke überquerte ich die portugiesische Grenze in völliger Einsamkeit auf einer kleinen Passhöhe.

Mein nächstes Ziel wird die Küstenstadt Porto sein, und obwohl diese nun zum Greifen nahe scheint, ist es noch ein ganzes Stück Arbeit bis dahin, denn die Strecke, welche ich heute schon hinter mir habe ist wohl die bergigste und steilste meiner kompletten bisherigen Reise und der Weg zieht sich noch ganz schön ordentlich

Von eiskalt zu brüllend heiß – endlich in Spanien

Als gestern morgen mein Wecker klingelte regnete es nahezu so wie am Vortag, war eiskalt und meine Vorfreude nun über eine kleine Passstraße nach Spanien zu fahren hielt sich in Grenzen.

Doch als ich alles gepackt hatte und mich auf den Weg machte wurde der Regen zunehmend weniger und meine Laune immer besser.

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen ein Foto an der Landesgrenze zu machen, aber es gab wirklich nichts zu sehen – ich realisierte erst dass ich in Spanien war, als an einer kleinen, schon etwas heruntergekommen Tankstelle eine Schlange französischer Autos wartete um billigen Sprit zu tanken.
Ab da an ging die Straße steil und kurvenreich bergauf. Ohne wirklich zu wissen, was mich erwarten würde, fuhr ich in euphorischer Stimmung die Passstraße herauf und bei der Abfahrt kam sogar die Sonne zum Vorschein und es wurde schlagartig brüllend heiß.

Was mir besonders in Spanien auffällt sind die riesigen Felder und Weiten. Zwischen den Orten ist kaum Besiedlung und nur die wenigsten Ortschaften, die ich durchquerte verfügten über größere Einkaufsläden.

Auch heute verlief meine Route durch bergiges Terrain, doch die Anstrengungen wurden mit spektakulären Blicken belohnt.

Jetzt liege ich in meinem Zelt, auf einem kleinen Stück ebener Wiese. Von hier genieße ich gerade noch die untergehende Sonne, hinter einigen Weinbergen und freue mich auf morgen, auch ist es mild und warm, sodass bald auch die letzten nassen Sachen bald wieder trocken sein werden.

Blanche – 20€

Je pense bien à toi ma chère Svea et je te souhaite une belle route pleine de rencontres et d’aventures ! Je suis herreise de te savoir en France et j’ai hâte d’avoir des nouvelles de ton voyage et de tes découvertes. Bravo pour ce projet palpitant !! Avec toute mon amitié, Blanche

Inga – 20€

Hallo Svea, ich wünsche dir eine wundervolle und erfolgreiche Reise mit vielen tollen Begegnungen und Erlebnissen! Good Luck 🙂 Inga

Hungergefühle

Den heutigen Tage habe ich heute unweigerlich auf dem Campingplatz überdauern müssen, da es in Strömen regnete und unerwartet kalt war.

Den Vormittag verbrachte ich mit einem älteren Ehepaar aus Toulouse in ihrem Wohnmobil, wo es trocken und warm war. Das war schon nett genug, doch aus Mitleid mit mir, versorgten sie mich mit jeglichen Leckereien – Joghurt, Baguette, Käse, Obst, Saft,… ich konnte mich bei all den Köstlichkeiten nur schwer zurück halten und ihnen gefiel es mich zu füttern. Nebenbei unterhielten wir uns angeregt, sie waren sehr interessiert an meinen Erfahrungen in Israel und der Arbeit mit den schwerkranken Kindern, da sie selbst einen behinderten Sohn hatten.

Als das Wetter etwas freundlicher wurde, schrieb ich auf einer überdachten Terrasse noch etwas Tagebuch und hing einige meiner nassen Klamotten zum trocknen auf.

Trotz der exzellenten Verköstigung nagte an mir ein fortwährendes Hungergefühl, sodass ich spontan entschied in den nächsten Ort zu trampen um etwas zu essen zu besorgen – in nahezu leeren, verregneten Straßen fand ich nach etwas Suchen schließlich eine Pizzeria!

Solch eine Freude, ich verschlang die Pizza und machte mich im strömenden Regen auf den Weg zum Campingplatz.

Morgen wird es mit Sicherheit wieder besser werden…

Deine Nachbarn -50€

Liebe Svea,
wir wünschen Dir eine gute Reise und grüßen dich ganz herzlich.
Christian, Kristina, Luisa, Malena und Rainer und Sabine

Schwarz Gartenbau – 500€

Wir wünschen dir, dass der Wind immer von hinten kommt, du keinen platten Reifen bekommst, dass du immer genug zu trinken und etwas leckeres zu Essen hast und, dass du sowohl dein Spendenziel, als auch dein Radel-ziel gesund und mit Spaß inne Backen erreichst.

Gita Kleyer-Heinrich – 100€

Liebe Svea, ich finde es so spannend, was du machst, verfolge deinen Blog mit großer Freude und wünsche dir weiterhin so herzliche bereichernde Begegnungen wie du sie bisher hattest! Alles Gute für einen Weg! Gita

Familie Baar – 70€

Liebe Svea, wir wünschen Dir viel Erfolg und tolle Begegnungen auf Deiner Spendenreise. LG von Melina, Annika, Andreas und Bianca

Liese – 100€

Liebe Svea,
wie schön, dass du dich wieder auf den Weg machst und so viel bewegen willst. Ich wünsche dir alles Gute und viele gute Begegnungen.
Viele Grüße
Liese Lieberknecht

Die Pyrenäen – Wind und Regen

Die letzte Nacht verbrachte ich gemütlich auf einer abgelegenen Wiese am Rande einer kleinen Ortschaft hinter Mont de Marsan. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen schon am frühen Morgen in den Tag zu starten, doch als mein Wecker mich aus dem Schlaf riss, trommelten die Regentropfen nur so auf mein Zelt. Also entschied ich mich noch etwas zu entspannen und auf Besserung zu warten.

Im Laufe des Vormittags ließ der Regen kurzweilig nach, sodass ich in die Ortschaft Orthez am Rande der Pyrenäen fuhr. Vor einem Einkaufszentrum traf ich ein älteres Ehepaar, welche ebenfalls auf einer längeren Radreise unterwegs waren. Sie starteten ebenfalls von zu Hause, nahe Paris und fuhren den Jakobsweg mit dem Fahrrad entlang. Wir erzählten allesamt begeistert von unseren bisherigen Reiseerfahrungen und ließen noch ein gemeinsames Foto machen (Der Fotograf musste für die Aufnahme leider im Regen stehen, vielleicht erklärt dieser Umstand das Bild).

Als ich mit meinem Einkauf fertig war entschloss ich zu einen Campingplatz einige Ortschaften weiter zu fahren und es damit für heute zu belassen, um die Kräfte für bessere Bedingungen zu sparen, da es heftigst regnete. Als ich in Limoges meine Sachen neu sortiert hatte, dachte ich eigentlich meine warme Regenjacke sei ab jetzt nur noch unnötiger Ballast, aber scheinbar hatte ich mich damit geirrt. Ich wurde heute nass bis auf die Knochen und war sehr froh, etwas warmes überziehen zu können.


Auch der auf der Karte recht kurz erscheinende Weg zum Campingplatz gestaltete sich etwas kräftezehrender als gedacht, da es immer wieder kurvenreiche Straßen ultrasteil bergauf ging und der Wind dazu noch kräftig wehte… Doch all die Anstrengungen wurden durch phänomenale Aussichten belohnt.

Hoffentlich wird es morgen besser.