Casablanca – Stadt der Gegensätze

Nach einigen Tagen Aufenthalt in Rabat fuhr ich in einer gemächlichen Etappe entlang der Küste nach Casablanca. Casablanca ist mit ca. 3,3 Millionen Einwohner die größte Stadt Marokkos und verfügt über einige sehr beachtliche Sehenswürdigkeiten.
In Casablanca befindet sich direkt an der Atlantikküste die Hassan II Moschee, die fünftgrößte Moschee weltweit, welche mit ihrem 210 Meter hohen Minarett das höchste religiöse Bauwerk der Welt darstellt. Doch die Strecke von Rabat nach Casablanca hat mich einiges an Nerven gekostet, denn auf dem Weg dorthin, sowie auch in Casablanca selber sieht man jede Menge an Armut, Elend, Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und eine gewaltige Ansammlung an Frustration. Zerfallene Bungalows ohne Fenster, Hütten aus Plastik und Wellblech, Müllberge und gespenstische, unvollendete Plattenbauten in denen Menschen zusammengerecht lebten zeichneten das Strassenbild hierher. Dazwischen Kinder die zwischen Staub und Dreck spielten, abgemagerte Tiere die nach etwas Nahrung suchten und Menschen die ihren Müll vor der Haustür verbrannten. Ab und zu wehte ein heißer feuchter Wind zu mir herüber, gemischt mit einem Geruch von verbranntem Plastik und Verwesung der mir auf meinem Fahrrad fast den Atem verschlug. Als ich in der Stadt eintreffe sehe ich den hohen Moscheeturm schon von weitem, als ich mich langsam nähere stoppte ich plötzlich kurz. Vor mir das Meer und die riesige Moschee, rechts von mir eines der edelsten und teuersten Kaufhäuser des Kontinents mit maßlos teurer Kleidung u d Werbung um mit tropischen Fischen in einem Aquarium zu tauschen, während sich links von mir wohl eines der ärmsten und elendesten Viertel der Stadt befindet, gebaut aus einfachsten Materialien und umgeben von den sogenannten “Mauern der Schande”. Ich schiebe von hier aus mein Fahrrad angestrengt etwas weiter durch die laute, hektische, schmutzige Straße bis ich vor dem riesigen Bauwerk stehe, wo Familien für Erinnerungsfotos in der hellen Sonne posieren. In meinen Gedanken versunken mache ich mich auf in die Altstadt, wobei ich immer wieder schockiert wie dicht Arm und Reich hier beieinander liegen, wie gut es uns in Europa doch geht.

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