Lissabon will erkämpft werden

Hallo, und liebe Grüße aus Chalons en Champagne. Ich sitze momentan in einer kleinen überdachten Imbissbude eines Campingplatzes und esse eine Portion Pommes die mir der Kellner netterweise spendierte.

Selfi mit Kellner, nachdem ich meine Pommes verschlungen hatte

Leider regnet es seit meiner Abreise ohne Unterlass, sodass ich nicht so viele Kilometer machen konnte, wie ich es mir eigentlich gewünscht hatte. Nichtsdestotrotz war es bisher eine lustige und erlebnissreiche Zeit. Es scheint so, als hätten die Leute unterwegs sehr viel Mitleid. Schon am ersten Tag musste ich meinen Hinterreifen in Witzenhausen flicken, da er plötzlich unerwartet platt wurde. Gottseidank half mir ein Herr in seiner Garage den Reifen zu demontieren, als er mein unbeholfenes Hantieren im Regen erblickte. So eine Nettigkeit. Die erste Nacht zeltete ich – es war eiskalt und dementsprechend unerholsam. Am nächsten Morgen war das gesamte Zelt mit einer dicken Eisschicht überzogen.

Eisüberfrorenes Fahrrad

So kam es dazu, dass ich am folgenden Abend von Tarik aufgenommen wurde, der eigentlich aus Hannover kam und extra für ein Seminar über Kaffeemaschinen bis nach Dillenburg reiste. Am folgenden Abend hatte ich das große Glück bei einigen Studenten in einer unglaublich großen Wohnung unterzukommen, es war ein sehr schöner Abend obwohl ich leider schon todmüde war. Sie baten mir sogar an auf meinem Rückweg nochmals bei ihnen vorbei zu kommen.

Luxus eines eigenen Zimmers und Bett

In Luxemburg kam ich in einer arabischen Familie unter und durfte dabei gleich in den Genuss eines gemeinsamen Ramadanessens kommen. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich für die Herzlichkeit der Menschen auf meinem Weg bedanken, denn eins ist klar, ohne ihre Unterstützung hätte ich die nass-kalten Tage nicht gesund überstanden.
Jetzt genieße ich die Durchquerung Frankreichs. Hügelige Straßen und freundliche Menschen.

Verdun
Soldatenfriedhöfe im Umkreis der Stadt zum Gedenken der gefallenen Soldaten im 1. Weltkrieg

Mehrfach wurde mir unterwegs heißer Tee angeboten, und die letzte Nacht stellte mir Dominique aus Verdun seinen Wohnwagen zur Übernachtung zur Verfügung, den er sonst vermietete… Ich bin jetzt schon so überwältigt von all den Begegnungen und hoffe dass diese bedingungslose Freundlichkeit zu diesen Menschen zurück kommen wird. Die erfahrenen, herzlichen Freundlichkeiten werde ich
weitergeben an andere Menschen, die auch Hilfe benötigen.

Zelt und Fahrrad auf einem nahezu leeren Campingplatz

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