Tarifa – Madrid – Lourdes – Paris

Unter angesichts der etwas expandierten Reise entschied ich mich für die kürzest mögliche Rückroute, die mich direkt nach Madrid und dann über die Pyrenäen nach Lourdes bringen sollte. Bei Festlegung dieser Route hatte ich die sommerliche Hitze im Innenland etwas unterschätzt. Bis in die Abendstunden hinein waren es teils über 40 Grad und auch nachts kühlte es nur wenig ab, hinzu kamen äußerst dünn besiedelte Wegstrecken und ein stetiges auf und ab mit teils unerwartet steilen Passagen.

Um unter diesen Bedingungen Strecke machen zu können und da ein Wetterumschwung nicht absehbar war, entschied ich die frühen Morgenstunden zu nutzen: das hieß um halb 4 morgens aufstehen und los fahren, mittags etwas Pause machen und möglichst vor Sonnenuntergang einen ruhigen Nachtplatz finden.

Vor Sonnenaufgang waren quasi keine Autos auf den Straßen, dennoch kamen mir mehrfach Rennradfahrer entgegen, was mich in meiner Strategie bestärkte.

In Madrid hätte ich gerne etwas mehr gesehen und erlebt, jedoch muss ich gestehen, dass der Aufenthalt eher der Erholung galt als den Besonderheiten der Stadt.

Von Madrid ging es dann über die Pyrenäen in die heilige Stadt Lourdes.

Den Besuch dieser besonderen Stadt widmete ich meiner lieben französischen Freundin Blanche, welche jedes Jahr an einer Wallfahrt nach Lourdes teilnimmt um dort mit weiteren Jugendlichen alten und kranken Menschen ermöglicht diesen Ort zu besuchen. 1858 soll dort die 14-jährige Bernadette die Marienerscheinung gesehen haben, seitdem reisen immer mehr Pilger an diesen Ort und hoffen auf ihre Heilung.

Hinter Lourdes regnete es nach einer für mich endlos lang wirkenden Zeit wieder… wie angenehm es war, das frische Nass auf der Haut zu spüren, dem leisen Geplätscher zu lauschen, den intensiven Waldgeruch zu riechen und nicht mehr diese staubtrockene Luft einatmen zu müssen.

Gerne hätte es noch etwas länger so bleiben können, aber als ich das nächste Mal einige Tropfen vom Himmel fallen sah, war ich bereits kurz vor Paris.

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